Ein Mann sagt, dass einige islamische Rechtssprechungen und Urteile neu überdacht und abgeändert werden sollten, weil sie nicht passend zur heutigen Zeit seien, wie zum Beispiel das beim Erbe dem Mann das doppelte zusteht wie der Frau. Was ist das rechtmäßige Urteil über jenen, der solche Aussagen tätigt?
Alles Lob gehört Allah.
Man muss wissen, dass das richten zu Allah, erhaben
sei Er, und zu Seinem Gesandten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und die
volle Ergebung diesem Urteil gegenüber und die Zufriedenheit damit, zu den
Grundlagen des Iman (Glauben) gehört.
Allah, erhaben sei Er, sagte: „Wenn ihr miteinander über etwas streitet, dann bringt es vor
Allah und den Gesandten, wenn ihr wirklich an Allah und den Jüngsten Tag
glaubt. Das ist am besten und am ehesten ein guter Ausgang.“ Surah al Nisaa
4:59
Und der Erhabene sagte:
„Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das
richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst
keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in
voller Ergebung fügen.“ Surah al Nisaa 4:65
Und der Erhabene sagte:
„Begehren sie etwa das Urteil der Unwissenheit? Wer kann denn besser walten als
Allah für Leute, die (in ihrem Glauben) überzeugt sind?“ Surah al Maaida 5:50
Jedes Urteil, das dem
Urteil Allahs widerspricht, ist ein Urteil der Jahiliya (Unwissenheit.). Allah,
erhaben sei Er, sagte: „Ist nicht Allah der Weiseste derjenigen, die richten?“
Surah Tin 95:8
Und der Erhabene sagte:
„Das Urteil ist allein Allahs. Er hat befohlen, daß ihr nur Ihm dienen
sollt. Das ist die richtige Religion. Aber die meisten Menschen wissen nicht.“
Surah Jusuf 12:40
Dadurch wird deutlich,
dass jeder der ablehnt, dass Allah, gewaltig ist Seine Sache, und Sein
Gesandter, Allahs Segen und Frieden auf ihm, richten sollen oder Ihrem Urteil widerspricht oder zu glauben,
dass das Urteil Anderer besser als Ihr Urteil sei, Unglaube ist und einen aus
dem Islam raus bringt.
Schaykh ibn Baz, möge
Allah ihm barmherzig sein, sagte:
„Die Urteile, die Allah
für Seine Diener erlassen hat und die Er in Seinem Buch oder über Seinen
zuverlässigen Diener, Segen und Frieden des Herrn auf ihn, dargelegt hat,
wie die Urteile über das Erbe, die fünf Gebete, die Zakah (Almosen), das Fasten
und weiteres, welche Allah für Seine Diener verdeutlicht hat und worauf sich
die Umma (islamische Gemeinschaft) einig ist, so ist es für niemanden erlaubt,
dem gegenüber Widerstand zu leisten oder sie umzuändern, weil sie feste
Gesetzgebungen für die Umma sind, in der Zeit des Propheten, Allahs Segen und
Frieden auf ihm, und auch in der Zeit danach bis zum Tage des jüngsten Gerichts.
Dazu gehört: Die
Bevorzugung des Jungen dem Mädchen gegenüber bei den Kindern und den
Kindern der Kinder und die Brüder des Vaters und der Mutter. Allah, gepriesen
sei Er, hat das in Seinem Buch verdeutlicht und die Gelehrten der Muslime sind
sich hierbei einig.
Es ist also verpflichtend
danach zu handeln und aus voller Überzeugung daran zu glauben. Wer
behauptet, dass das Gegenteil passender wäre ist ein Ungläubiger und
das gleiche gilt für jenen, der diesen Widerspruch erlaubt, so ist er ebenfalls
ein Ungläubiger. Er widerspricht Allah, gepriesen sei Er, Seinem
Gesandten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und der Einstimmigkeit der Umma…“
Majmuu Fatawa ibn Baz
(4/415)
