Ist es richtig, dass das Gebet, in dem es keine vollkommene Demut vor Allah -der Mächtige und Gewaltige- gibt, von Allah nicht angenommen wird oder nicht?

Alles Lob
gebührt Allah

Vom
Betenden wird verlangt, dass er demütig in seinem Gebet ist und darauf
zukommt. Denn Allah -erhaben isti Er- sagte: „Den Gläubigen wird es ja wohl
ergehen, denjenigen, die in ihrem Gebet demütig sind.“ [Al-Mu’minun:1-2]

Somit gehören das Zukommen auf das Gebet und die Demut darin
zu den wichtigsten Aufgaben und es ist seine Seele. Demzufolge soll man
darauf bedacht sein demütig und gelassen im Gebet zu sein; in der
Niederwerfung, in der Verbeugung, zwischen den beiden Niederwerfungen und
nach der Verbeugung, wenn man aufrecht steht, demütig und gelassen ist – und
man soll nicht hastig sein!

Und wenn die Demut auf einer Art fehlt, durch die man das
Gebet aushöhlt, und man keine Gelassenheit hat, so ist das Gebet ungültig.

Wenn man aber im Gebet gelassen ist, jedoch von einigen
Sorgen geplagt und Vergessenheit geplagt wird, so wird das Gebet dadurch
nicht ungültig, jedoch hat er nur das vom Gebet, was er (in seinem Verstand)
beachtet hat. Und wenn er darin demütig und zukommend ist, so steht ihm hier
der Lohn zu und was er vernachlässigt, so entgeht ihm dieser Lohn. Jedoch
wird das Gebet nur dann ungültig, wenn es frei von Gelassenheit ist, wie
wenn man sich ohne Gelassenheit verbeugt, hastet und die Körperteile keine
Demut finden. Die Pflicht aber ist, dass man so gelassen bleibt, bis jeder
Wirbelknochen auf seine Stelle kommt und bis man in der Lage ist zu sagen:
„Subhana Rabbi Al-‚Adhim“, in der Verbeugung, und: „Subhana Rabbi Al-A’la“,
in der Niederwerfung, und bis man in der Lage ist zu sagen: „Rabbana wa Laka
Al-Hamd“, usw., und bis man in der Lage ist zwischen den beiden
Niederwerfungen zu sagen: „Rabbi Ighfirli“, denn dies muss sein.

Und als der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- einen
Mann gesehen hat, der in seinem Gebet nicht gelassen war, es vielmehr
ausgehöhlt hat, ordnete er dem Mann an es zu wiederholen, in dem er sagte:
„Bete, denn du hast nicht gebetet.“ Und die Gelassenheit gehört zu den
wichtigsten Aspekten der Demut und die Demut ist eine Pflicht im Gebet; in
der Verbeugung, der Niederwerfung, zwischen den beiden Niederwerfungen und
während man, nach der Verbeugung, aufrecht steht. Dies wird Gelassenheit
(Tuma’nina) oder auch Demut (Khuschu‘) genannt. Diese Gelassenheit muss
sein, bis jeder Wirbelknochen auf seine Stelle kommt. Wenn man sich
verbeugt, soll solange gelassen bleiben, bis die Knochen und Wirbelknochen
auf ihre Positionen kommen. Und wenn man sich erhebt, soll man gelassen
bleiben, während man nach der Verbeugung steht. Und wenn man sich
niederwirft, soll man gelassen und ruhig bleiben und nicht hasten, bis jeder
Wirbelknochen auf seine Position kommt.“

Der ehrenwerte Schaikh ‚Abdul ‚Aziz Ibn Baz -möge Allah ihm
barmherzig sein-