Wer sind die Menschen (Personen), vor denen es der Muslima gestattet ist, ihren Hijab abzulegen?

Der Frau ist es gestattet ihren Hijab vor ihren
Maharim (Pl. v. Mahram) abzulegen.
Der Mahram der Frau ist derjenige, welcher sie niemals heiraten darf, aufgrund
der Verwandtschaft (wie der Vater und (die Blutslinie) aufsteigend (also
Großvater etc.), der Sohn und (die Blutslinie) absteigend (also, Enkel
etc.), Onkel mütterlicher- und väterlicherseits, der Bruder, der Sohn des
Bruders, der Sohn der Schwester); oder aufgrund des Stillens (der
Milchverwandschaft) (wie der Milchbruder und der Ehemann der Milchmutter), oder
durch das Anheiraten (wie der Ehemann der Mutter, der Vater des Ehemanns und
(die Blutslinie) aufsteigend, und das Kind des Ehemanns und (die Blutslinie) absteigend.
O Fragestellerin, hier hast du eine detaillierte Erklärung des Themas:
Die Maharim durch Abstammung:

Es sind diejenigen, die in Seiner -erhaben sei
Er- Aussage in Sura An-Nur erwähnt wurden: „Und sie sollen ihre Kopftücher
(Jilbab) auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht
offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern
ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren
Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern,
ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen
Gefolgsleuten, die keinen (Geschlechts)trieb (mehr) haben, den Kindern, die auf
die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind.“ [An-Nur
24:31]

Die Koranexegeten sagten: „Die, aufgrund der
Abstammung, männlichen Maharim der Frau, sind jene, welche dieser edle
Vers umfasst oder auf sie hinweist, und es sie die Folgenden:
Erstens:
Die Väter, d.h. die Väter der Frauen und (die Blutslinie)
männer- und frauenseits (die Blutslinie) aufsteigend, wie die Väter
der Väter und die Väter der Mütter. Was die Väter der
Ehemänner anbelangt, so sind sie durch das Anheiraten zu Maharim geworden,
wie wir es erläutern werden.
Zweitens:
Die Söhne, sprich die Söhne der Frauen. Darunter fallen die Kinder
der Kinder (und die Blutslinie) absteigend, männer- und frauenseits, wie
beispielsweise die Söhne der Söhne und die Söhne der
Töchter. Was die, im edlen Vers erwähnten, „Söhne der
Ehemänner“ anbelangt, so sind es die Söhne ihrer Ehemänner, die
sie mit anderen Ehefrauen haben. Diese sind somit Maharim durch das Anheiraten
und nicht durch Abstammung, wie wir es gleich erläutern werden.
Drittens:
Ihre Brüder, ungeachtet dessen, ob es die Brüder seitens der Mutter und des
Vaters sind, oder seitens des Vaters alleine oder seitens der Mutter alleine.

Viertens:
Die Söhne ihre Brüder und (die Blutslinie) absteigeng, männer- und
frauenseits, wie die Söhne der Töchter der Schwestern.

Fünftens:
Der Onkel väterlicher- und mütterlicherseits. Sie beide gehören zu
den Maharim durch Abstammung und wurden nicht in dem edlen Vers erwähnt,
weil sie von dem Begriff der Väter umfasst werden, und sie bei den
Menschen auf der Stufe der Eltern (Väter) sind. Der Onkel wird manchmal
als Vater bezeichnet. Allah -der Erhabene- sagte: „Oder wart ihr etwa Zeugen,
als Yaˈqub der Tod nahte? Als er zu seinen Söhnen sagte: „Wem werdet
ihr nach mir dienen?“ Sie sagten: „Wir werden deinem Gott und dem Gott deiner
Vorväter Ibrahim, Ismaˈil und Isḥaq dienen, als dem Einen Gott,
und Ihm sind wir ergeben.“ [Al-Baqara 2:133]

Hierbei war Ismaˈil der Onkel des
Propheten Yaˈqub. [„Tafsir Ar-Razi“ (23/206), „Tafsir Al-Qurtubi“ (12/233,233
f.), „Tafsir Al-Alusi“ (18/143) und „Fathu Al-Bayan Fi Maqasid Al-Qurˈan“ von
Sidiq Hayin Khan (6/352)]
Die Maharim durchs Stillen (Milchverwandschaft):

Die Frau kann auch aufgrund des Stillens
(Milchverwandschaft) Maharim haben. Im „Tafsir Al-Alusi“ wurde gesagt: „Die
Mahram-Beziehung, aufgrund welcher das Zeigen von Zierde (Schmuck) gegenüber
den Maharim erlaubt ist, kann auch seitens des Stillens sein, genauso wie sie
es seitens der Abstammung sein kann. Somit ist es ihnen (den Frauen) gestatten
ihre Zierde gegenüber ihren Still-Vätern und Still-Söhnen zu zeigen.“
[„Tafsir Al-Alusi“ (18/143)]

Dieses, da die Mahram-Beziehung durch Stillen
genauso wie die Mahram-Beziehung durch Abstammung auf ewig die Heirat, in Bezug
auf die Kategorien der Maharim, verbietet. Dieses ist das, worauf Imam
Al-Jassas hingewiesen hat, als er diesen Vers erklärte. So sagte er
-möge Allah ihm barmherzig sein-:

„Als Allah die Väter erwähnt hat, und
dass ihre Heirat dieser Frauen auf ewig verboten ist, beinhaltet es (weist
darauf hin), dass das gleiche Verbot (Urteil) auch alle anderen
Mahram-Beziehungen betrifft, wie die Mutter der Ehefrau oder die Maharim durchs
Stillen (Milchverwandschaft) und andere.“

[„Ahkamu Al-Qurˈani“ von „Al-Jassas (3/317)]

Durch das Stillen ist verboten, was durch
Abstammung verboten ist:
In der edlen prophetischen Tradition wurde überliefert: „Durch das Stillen ist
verboten, was durch Abstammung verboten ist.“
Dieses bedeutet, dass die Maharim der Frau durch Abstammung sein können,
sowie aufgrund des Stillens. In „Sahih Al-Bukhary“ wurde von ˈAischa, der
Mutter der Gläubigen, -möge Allah mit ihr zufrieden sein-
überliefert, dass sie sagte, dass  Aflah,
der Bruder von Abu Qays, nachdem der Vers über den Hijab herabgesandt wurde,
reinkam und um Erlaubnis bat, sie zu sehen, wobei er ihr Onkel durch Stillen
war. Sie lehnte es ab, es ihm zu gestatten. Und als der Gesandte Allahs -Allahs
Segen und Frieden auf ihm- kam, hat sie ihn darüber informiert, was sie getan
hat, und er ordnete ihr an, es ihm zu erlauben.“

[„Sahih Al-Bukhary“ mit der Erklärung von
Al-Asqalani (9/150)]
Imam Muslim überlieferte diesen Hadith, und sein Wortlaut ist:

„ˈUrwa überliefert von ˈAischa, dass
sie ihn darüber informierte, dass ihr Still-Onkel, Aflah genannt, sie um
Erlaubnis bat bei ihr einzutreten, und sie verhüllte sich vor ihm. Daraufhin
informierte sie den Gesandten Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm-
darüber, und er sagte ihr: „Verhülle dich nicht vor ihm, da durch das Stillen
verboten ist (derjenige Mahram ist), was durch die Abstammung verboten ist.“

[„Sahih Muslim“ mit der Erklärung von
„An-Nawawi (10/22)]
Die Maharim der Frau aufgrund des Stillens sind wie ihre Maharim aufgrund der
Abstammung:
Die Rechtsgelehrten sagen, das erklärend, worauf der Koran und die Sunna
hinweisen, dass die Maharim der Frau aufgrund des Stillens wie ihre Maharim
aufgrund der Abstammung sind. Somit ist es ihr gestattet, dass sie sich ihren
Maharim durchs Stillen zeigt, genauso wie sie ihre Zierde vor ihren Maharim
durch Abstammung zeigen darf. Ihnen ist erlaubt, das von ihrem Körper zu
sehen, was ihren Maharim durch Abstammung erlaubt ist von ihrem Körper zu
sehen.

Die Maharim aufgrund des Anheiratens:
Die Maharim der Frau aufgrund des Anheiratens sind jene, denen es auf ewig
verboten ist sie (die Frau) zu ehelichen, wie beispielsweise die Ehefrau des
Vaters, die Ehefrau des Sohnes, die Mutter der Ehefrau. [„Scharh Al-Muntaha“
3/7]

Der Mahram aufgrund des Anheiratens in Bezug auf
die Ehefrau des Vaters ist sein Sohn von einer anderen Frau; in Bezug auf die
Ehefrau des Sohnes ist es sein Vater; in Bezug auf die Mutter der Ehefrau ist
es der Ehemann. Allah -erhaben sei er- 
hat es in Sura An-Nur erwähnt: „Und sie sollen ihre Kopftücher auf
den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen,
außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer
Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten…“ [An-Nur 24:31]
Die Väter ihrer Ehemänner und die Söhne ihrer Ehemänner
gehören zu den Maharim der Frau aufgrund des Anheiratens. Allah
erwähnte sie zusammen mit ihren Vätern und Söhnen, und setzte
rechtlich alle gleich, in Bezug darauf, dass sie ihnen ihre Zierde zeigen darf.
[„Al-Mughni“ 6/555]

Und Allah weiß es am besten.