Welche Vorteile erhält derjenige, der den Koran auswendig gelernt hat, in diesem und im nächsten Leben?

Was werden seine Verwandten und Nachkommen erhalten?

Und was ist mit den Generationen vor und nach ihm?

Alles
Lob gebührt Allah.

Erstens:

Das
Auswendiglernen des Korans ist eine gottesdienstliche Handlung, durch welche
die Person Allahs Angesicht und den Lohn im Jenseits erhofft. Ohne diese
Absicht steht ihm kein Lohn zu, vielmehr wird er dafür bestraft, dass er
seinen Gottesdienst an jemand anderem als Allah -der Mächtige und Gewaltige-
richtete.

Derjenige, der den Koran auswendig gelernt hat, darf mit dem Auswendiglernen
nicht beabsichtigen weltliche Vorteile zu erlangen, da das Auswendiglernen
keine Ware ist, mit der man im Diesseits handeln kann, vielmehr ist es ein
Gottesdienst, den man seinem Herren -segensreich und erhaben ist Er- widmet.

Allah
-erhaben ist Er- erwählte denjenigen, der den Koran auswendig gelernt hat
für Besonderheiten im Dies- und Jenseits aus. Dazu gehört:

1. Er
wird im Gebet als Imam vor allen anderen vorgezogen.

Abu
Mas’ud Al-Ansari berichtete, dass der Gesandte Allahs -Allahs Segen und
Frieden auf ihm- sagte: „Für die Leute soll derjenige vorbeten, der am
meisten über Allahs Buch weiß (auswendig gelernt hat), wenn sie aber im
Wissen über den Koran gleich sind, dann derjenige, der am meisten über die
Sunnah weiß, wenn sie aber in der Sunnah gleich sind, dann derjenige, der am
ehesten (frühesten) die Auswanderung vollzogen hat, wenn sie aber in der
Auswanderung gleich sind, dann derjenige, der am längsten Muslim ist. Und
der Mann darf im Herrschaftsgebiet (z.B. in seinem Haus) eines anderen
Mannes nicht vorbeten oder auf seinem Platz sitzen, außer mit seiner
Erlaubnis.“

Überliefert von Muslim (673).

‚Abdullah Ibn ‚Umar berichtete: „Als die ersten Auswanderer (die erste
Gruppe) nach Quba kamen, noch bevor der Gesandte Allahs -Allahs Segen und
Frieden auf ihm- kam, hat Salim Maula Abi Hudhaifa das Gebet geleitet. Und
er war derjenige, der am meisten vom Koran auswendig gelernt hat.“

Überliefert von Al-Bukhari (660).

2. Er
ist es, der im Grab vor allen anderen auf der Seite der Gebetsrichtung
gelegt wird, wenn wir dazu gezwungen sind ihn mit anderen zu begraben.

Jabir
Ibn ‚Abdillah -möge Allah mit beiden zufrieden sein- berichtete, dass der
Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- bei den Getöteten in der Schlacht
von Uhud immer zwei Männer gemeinsam, in einem Gewand, begraben lies. Dann
sagte er: „Wer von ihnen hat am meisten vom Koran gelernt?“ Wenn dann auf
einem von beiden gezeigt wurde, zog er ihn in der Beisetzung vor und sagte:
„Ich bin am Tag der Auferstehung ihr Zeuge.“ Er befahl sie in ihrem Blut zu
beerdigen, ohne sie zu waschen oder für sie zu beten.“

Überliefert von Al-Bukhari (1278).

3. Er
wird für die Führung vorgezogen, wenn er es erträgt sie auf sich zu nehmen.

‚Amir
Ibn Wathila berichtete, dass Nafi‘ Ibn ‚Abdil Harith ‚Umar in ‚Usfan traf,
und ‚Umar pflegte ihn in Mekka als Gouverneur einzusetzen, und sagte: „Wen
hast du über die Bewohner des Tals eingesetzt?“ Er antwortete: „Ibn Abza.“
Er fragte: „Und wer ist Ibn Abza?“ Er antwortete: „Einer unserer
freigelassenen Sklaven.“ Er fragte weiter: „So hast du über sie (etwa) einen
freigelassenen Sklaven eingesetzt?“ Er sagte: „Er kennt Allahs Buch -der
Mächtige und Gewaltige- und hat Wissen über das Erbrecht.“ ‚Umar sagte
daraufhin: „Wahrlich, euer Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- hat
bereits gesagt: „Allah wird mit diesem Buch Völker erheben und andere
erniedrigen.““

Überliefert von Muslim (817).

Und
im Jenseits:

4.
Die Stellung desjenigen, der den Koran auswendig gelernt hat, ist beim
letzten Vers, den er auswendig gelernt hat.

‚Abdullah Ibn ‚Amr berichtete, dass der Prophet -Allahs Segen und Frieden
auf ihm- sagte: „Dem Gefährten des Korans wird gesagt: „Lies, steig hinauf
und rezitiere, so wie du im Diesseits zu rezitieren pflegtest, denn deine
Stellung befindet sich beim letzten Vers, den du auswendig gelernt hast.““

Überliefert von At-Tirmidhi (2914), der sagte: „Ein guter und authentischer
Hadith“; und Al-Albani sagte in „Sahih At-Tirmidhi“, Nr. 2329: „gut und
authentisch“, und bei Abu Dawud (1464).

5. Er
wird ein Genosse der Engel in ihren Häusern sein.

‚Aischa berichtete, dass der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm-
sagte: „Derjenige, der den Koran liest und ihn auswendig gelernt hat, wird
mit den edlen, rechtschaffenen Schreibern (Engeln) sein, und derjenige, der
ihn liest und sich ihm verpflichtet, obwohl es (das Lesen) ihm schwerfällt,
so stehen ihm zwei Löhne zu.“

Überliefert von Al-Bukhari (4653) und Muslim (798).

6. Er
wird mit der Krone und dem Gewand der Ehre gekleidet.

Abu
Huraira berichtete, dass der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm-
sagte: „Der Koran wird am Tag der Auferstehung kommen und sagen: „Mein Herr,
kleide ihn!“ So wird er mit der Krone der Ehre gekleidet, dann sagt er:
„Mein Herr, gib ihm mehr.“ So wird er mit dem Gewand der Ehre gekleidet.
Dann sagt er: „Mein Herr, sei mit ihm zufrieden.“ So wird Er mit ihm
zufrieden sein und ihm (dem, der gekleidet wurde) wird gesagt: „Lies, steig
hinauf und für jeden Vers bekommst du eine gute Tat mehr.“

Überliefert von At-Tirmidhi (2915), der sagte: „Dies ist ein guter und
authentischer Hadith.“ Und Al-Albani sagte in „Sahih At-Tirmidhi“, Nr. 2328:
„Gut.“

7.
Der Koran wird für ihn bei seinem Herrn Fürsprache einlegen.

Abu
Umama Al-Bahili sagte, dass er den Gesandten Allahs -Allahs Segen und
Frieden auf ihm- sagen hörte: „Lest den Koran, denn er wird am Tag der
Auferstehung als Fürsprecher für seine Gefährten kommen. Liest Az-Zahrawain:
Al-Baqara und Aal ‚Imran, denn sie werden am Tag der Auferstehung kommen,
als wären sie zwei Wolken, oder Schatten oder zwei Vogelschwärme in Reihen,
die für ihre Gefährten bitten werden. Lest die Sure Al-Baqara, denn sie zu
lernen ist ein Segen, von ihr abzulassen ist eine Gram und die Magier können
ihr nicht trotzen.“

Überliefert von Muslim (804) und Al-Bukhari als mu’allaq.

Zweitens:

Was
seine Verwandten und Nachkommen angeht, so wurde ein Beweis über die Eltern
überliefert, dass sie mit zwei Gewändern gekleidet werden, für die das
Diesseits und was auf ihr ist nicht aufkommen kann. Dies nur, weil sie sich
um ihr Kind gekümmert und es gelehrt haben. Auch wenn sie unwissend wären,
so wird Allah sie durch ihn ehren. Wer aber sein Kind vom Koran abgehalten
hat und es ihm verboten hat, so gehört er zu denjenigen, denen dies verwehrt
wird.

Abu
Huraira berichtete, dass der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Frieden auf
ihm- sagte: „Der Koran wird am Tag der Auferstehung wie ein magerer Mann
kommen und seinem Gefährten sagen: „Kennst du mich? Ich bin derjenige, der
dich in den Nächten wach hielt und in der Mittagshitze durstig gemacht hat.
Und jeder Händler strebt nach seinem Handel, doch heute bist du der größte
Händler.“ So wird ihm die Herrschaft in der rechten und die Ewigkeit in der
linken Hand gegeben und er wird mit der Krone der Würde gekrönt. Seine
Eltern werden mit Gewändern gekleidet, für deren Wert das Diesseits und was
auf ihr ist nicht aufkommen kann. Daraufhin werden sie sagen: „O unser Herr,
wie haben wir dies bekommen?“ Es wird ihnen gesagt: „Dadurch, dass ihr eurem
Kind den Koran gelehrt habt.“

Überliefert von At-Tabarani in „Al-Ausat“ (6/51).

Und
Buraida -möge Allah mit ihm zufrieden sein- berichtete, dass der Gesandte
Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte: „Wer den Koran liest, lernt
und danach handelt, dessen Eltern werden am Tag der Auferstehung mit Kronen
aus Licht gekrönt, deren Licht wie das Sonnenlicht ist. Außerdem werden sie
mit einem Gewand gekleidet, dessen Wert das Diesseits nicht erfassen kann,
so sagen sie: „Wofür werden wir damit gekleidet?“ Es wird gesagt: „Weil ihr
eurem Kind den Koran beigebracht habt.“

Überliefert von Al-Haakim (1/756).

Beide
Ahadith stärken sich gegenseitig. Siehe: „As-Silsila As-Sahiha“ (2829).

Und
Allah weiß es am besten.