Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt, die angebetet werden darf, außer Allah und das Muhammad der Gesandte ist. Meine Frage: Deutet das Wort „und“ im Glaubensbekenntnis auf die Gleichstellung hin? Und ist es richtig zu sagen, dass das Bekenntnis, dass Muhammad der Gesandte ist, gleichgestellt ist mit dem Bekenntnis, dass es keine Gottheit gibt, die angebetet werden darf, außer Allah (La ilaha illa Allah)?

Alles Lob gehört Allah:

Es
wird von al Bukhary (8) und Muslim (16) berichtet, dass ibn Umar, möge
Allah mit ihm zufrieden sein, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs
Segen und Frieden auf ihm, sagte: „Der Islam ist auf fünf Säulen
aufgebaut: Dem Bekenntnis (Schahada), dass es keine anbetungswürdige Gottheit
gibt, außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, dem
Verrichten des Gebetes, der Abgabe der Almosen, dem Pilgern des Hauses (Kaaba)
und dem Fasten im Ramadan.“

Die zwei Bekenntnisse sind
(zusammen) eine Säule von den Säulen des Islam. Diese erste
Säule von den Säulen des Islam beinhaltet den Glauben, welcher die
Einzigkeit Allahs und das Bezeugnis Seines Propheten mit der Entsendung
umfasst. Das „und“ ist also zur Verdeutlichung der Gemeinsamkeit der
zwei Sätze und deutet auf die Gleichstellung hin.

So wie es für den Diener also
verpflichtend ist, zu bezeugen dass es keine Gottheit gibt, die angebetet
werden darf, außer Allah, den sonst wäre dessen Islam nicht gültig
und er würde nicht in die Religion eintreten, so ist das Urteil über den
zweiten Teil des Bekenntnisses: „Ich bezeuge das Muhammad der Gesandte
Allahs ist“ dasselbe und es ist verpflichtend für den Diener es zu
erfüllen: Ansonsten ist sein Islam auch hier ungültig und er wird nicht ohne das
Bekenntnis in die Religion eintreten. Es besteht ein Zusammenhang im Urteil über
beide Bekenntnisse. Sie sind die zwei Hälften einer Säule, des
Glaubensbekenntnisses.

Al Hafith ibn Hajar, möge Allah
ihm barmherzig sein, sagte: „Das sich beschränken auf das Bekenntniss
„La ilaha illa Allah“ mit dem Wille (Absicht) beide Bekenntnisse (auszusprechen)
ist zulässig, da es ein Zeichen dafür (beide Bekenntnisse) ist.“
(Fath al Bari 133/1)

Mullah al Qari, möge Allah ihm
barmherzig sein, sagte: „Durch die 
rechtsmäßige Unzertrennlichkeit der zwei Bekenntnisse wurde
sie zu einer Eigenschaft und so wurde in einer Überlieferung aus
Genügsamkeit nur eine der beiden erwähnt.

Es wurde gesagt: Es wurde in
mehreren Überlieferungen erwähnt, dass beide Bekenntnisse in ihrer
Reihenfolge vorhanden sein müssen, damit der Islam angenommen wird.“
(Murqat al Mafatih 168/1)

Schaykh ibn Uthaimin, möge
Allah ihm barmherzig sei, sagte: „Das Glaubensbekenntnis, dass es keine
Gottheit gibt, die angebetet werden darf, außer Allah und das Muhammad
sein Gesandter ist, sind zu einer Säule geworden, weil jede ‚Ibada (Gottesanbetung)
folgende Voraussetzungen hat: Aufrichtigkeit und die Folgsamkeit (des
Propheten).“ (Auszug aus Liqa al Bab al Maftuh 2/197)

Schaykh ibn Jibrin, möge Allah
ihm barmherzig sein, sagte:

„Die zwei Bekenntnisse sind
unzertrennlich, denn wer ein Bekenntnis bezeugt muss auch das andere Bekenntnis
bezeugen, denn die Zweite vervollständigt die Erste. Wir fragen: Woher
weißt du, dass es keine Gottheit gibt, die angebetet werden darf,
außer Allah? Und woher weißt du, dass Er der wahre Gott ist und das
die Anbetung nur für Ihn sein darf? Weiß man das nicht nur über den Weg
der Botschaft? Also ist es verpflichtend an ihn zu glauben und zu bezeugen,
dass er von seinem Herrn entsandt wurde.

Wenn du an den Gesandten, Allahs
Segen und Frieden auf ihm, als Gesandter glaubst und das er von seinem Herrn
entsandt wurde, was ist nun die Botschaft, die er übermittelt hat? Ist nicht
die Erste Sache der Tauhid (Einzigkeit Allahs), welches gesagt wird: „La
ilaha illa Allah“? So begann der Gesandte, Allahs Segen und Frieden auf
ihm, die Menschen zur alleinigen Anbetung Allahs aufzurufen und dass sie die
Anbetungen anderer Gottheiten unterlassen sollen. Das ist die größte
Botschaft, die er übermittelt hat und so sind die zwei Bekenntnisse
unzertrennlich. Wer bezeugt, dass es keine Gottheit gibt, außer Allah
muss auch das zweite Bekenntnis bezeugen, das Bekenntnis der Botschaft. Wer
bezeugt das Muhammad der Gesandte Allahs ist muss auch seine Botschaft
akzeptieren, deren wichtigster Inhalt die Aussage „La ilaha illa Allah
ist“. Daran erkennen wir das beide unzertrennlich sind.“ (Scharh al
Tahawiya 12/45)

Und Allah weiß es am besten.