Das gesegnete Opferfest (ʿīdu-l-aḍḥā)

Das gesegnete Opferfest (ʿīdu-l-aḍḥā)

 

Das gesegnete Opferfest ist das zweite Fest der Muslime. Es findet am zehnten Tag des islamischen Monats „Ḏu-l-Ḥiǧǧah“ statt, dem zwölften Monat des islamischen Kalenders. Dieser Tag hat viele Vorzüge. Dazu gehören Folgende:

  1. Dieser Tag gehört zu den besten und wertvollsten Tagen des gesamten Jahres. Die besten Tage des Jahres sind die ersten zehn Tage des Monats Ḏu-l-Ḥiǧǧah. Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Es gibt keine Tage, an denen die rechtschaffenen Taten bei Allah beliebter sind als an diesen zehn (Tagen). Er wurde gefragt: „Nicht einmal der Einsatz (ǧihād) auf dem Wege Allahs?“ Er antwortete: „Nicht einmal der Einsatz auf dem Wege Allahs. Außer, wenn ein Mann mit seinem Leben und seinem Besitz auszieht und mit nichts davon zurückkehrt.“ (Buḫārī Hadith Nr. 926 und Tirmiḏī Hadith Nr. 757)
  2. Dieser Tag ist der Tag der großen Pilgerfahrt. An diesem Tag finden die wichtigsten und bedeutungsvollsten Handlungen der Pilgerfahrt statt, wie z. B. das Umrunden der Kaaba, das Schächten des Opfertieres und das Werfen der Steine auf die ʿAqaba-Säule.

Was sollte man am gesegneten Opferfesttag tun?

Für diejenigen, die zurzeit nicht die Pilgerfahrt vollziehen, ist es am Tag des gesegneten Opferfest statthaft, dieselben Handlungen auszuführen, wie zuvor beim Fest des Fastenbrechens (siehe S. 167). Davon ausgenommen ist jedoch die Abgabe an Bedürftige (zakātu-l-fiṭr), die nur zum Fest des Fastenbrechens erfolgt.

Das gesegnete Opferfest zeichnet sich dadurch aus, dass es an diesem Tag islamisch erwünscht ist, ein Opfertier zu schächten, um durch diesen Gottesdienst Allahs Nähe zu erlangen.

Opfertiere sind Tiere, die geschächtet werden, um Allahs Nähe zu erlangen. Zu den Opfertieren zählen Kamele, Kühe, Schafe und Ziegen. Die Zeit für die Schächtung beginnt am Tag des Opferfestes (10. Ḏu-l-Ḥiǧǧah), direkt nach dem Festgebet, und endet mit dem Sonnenuntergang des 13. Ḏu-l-Ḥiǧǧah.

Allah, der Erhabene sagte:

Darum bete zu deinem Herrn und schlachte! (Sure 108 Kauṯar Vers 2)

aut Koranerläuterung ist in diesem Vers mit „bete“ das Festgebet gemeint und mit „schlachte“ die Opfertiere. Das islamische Urteil über das Schächten von Opfertieren: Es handelt sich um eine sehr empfehlenswerte Handlung, die vom Propheten regelmäßig verrichtet wurde (sunna muʾakkada), und die derjenige, der die Möglichkeit dazu hat, nicht auslassen sollte. Daher schächtet der Muslim ein Opfertier. Für ihn und seine gesamte Familie ist ein einziges Opfertier ausreichend. Wer die Absicht hat, ein Opfertier zu schächten, dem ist es untersagt, ab dem 1. Ḏu-l-Ḥiǧǧah bis zum Schächten des Opfertieres am 10. Ḏu-l-Ḥiǧǧah etwas von seinen Haaren, seinen Fingernägeln oder seiner Haut zu entfernen.

Welche Voraussetzungen bei den zu schächtenden Opfertieren erfüllt sein müssen:

 Der Islam setzt für das Opfertier voraus, dass es frei von Makeln sein muss.

  1. Es wird vorausgesetzt, dass es sich bei den Opfertieren um Vierfüßler unter dem Vieh handelt. Das sind Schafe, Ziegen, Kühe und Kamele. Es ist nicht gültig, andere Tierarten oder gar Geflügel als Opfertiere zu schächten. Für den Mann und seine Familienmitglieder genügt das Schächten eines Schafes oder einer Ziege. Ebenso ist es erlaubt, dass sich bis zu sieben Personen und deren Familien eine Kuh oder ein Kamel als Opfertier teilen.
  2. Das Tier muss das erforderliche Mindestalter erreicht haben: sechs Monate für ein Lamm, ein Jahr für eine Ziege, zwei Jahre für eine Kuh und fünf Jahre für ein Kamel.
  3. Es muss frei sein von sichtbaren Makeln, die eine Eignung für das Opfern ausschließen. Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Vier sind für das Opfern nicht gültig: Das blinde (Opfertier), dessen Blindheit offenkundig ist, das kranke (Opfertier), dessen Krankheit offenkundig ist, das humpelnde (Opfertier), dessen Humpeln offenkundig ist, und das abgemagerte (Opfertier), das kein Mark in seinen Knochen hat.“ (Nasāʾī Hadith Nr. 4371 und Tirmiḏī Hadith Nr. 1497)

Was sollte man mit dem Fleisch des geschächteten Opfertieres tun?

  • Es ist verboten, irgendetwas vom Opfertier zu verkaufen.
  • Es ist islamisch erwünscht, das Fleisch in drei Teile aufzuteilen: Ein Drittel für den eigenen Konsum, ein Drittel zum Verschenken und ein Drittel zum Spenden an Arme.
  • Es ist erlaubt, eine andere Person mit der Schächtung des Opfertieres zu beauftragen. Ebenfalls ist es erlaubt, Geld an vertrauenswürdige, islamische Hilfsorganisationen zu schicken, damit sie in ärmeren Ländern Opfertiere schächten und das Fleisch an Arme und Bedürftige verteilen.