Es gab eine Diskussion über die Thematik des Vertrauens (auf Allah) und Ergreifens der Mittel. Und das Vertrauen von einigen rechtschaffenen Leuten, wie das Vertrauen von Maryam, zu der Sommerfrüchte im Winter kamen und andersherum, jedoch ergriff sie keinerlei Mittel (dazu), vielmehr gab sie sich voll und ganz der Anbetung hin. Raten sie uns etwas diesbezüglich, möge Allah sie segnen.
Alles Lob
gebührt Allah
„Das
Vertrauen verbindet zwei Dinge:
1. Sich auf
Allah zu verlassen, der Glaube daran, dass Er der Versursacher der Mittel
ist, dass Seine Bestimmung geschieht und dass Er die Angelegenheiten
bestimmt, umfasst und niedergeschrieben hat. Gepriesen und erhaben sei Er.
2. Die
Mittel zu ergreifen. Denn es gehört nicht zum „Vertrauen“ (auf Allah), dass
man die Mittel vernachlässigt. Vielmehr gehört es zum Vertrauen, dass man
die Mittel ergreift und nach ihnen handelt. Und wer sie vernachlässigt, der
widerspricht dem, was Allah vorgeschrieben und bestimmt hat. Denn Allah
-gepriesen und erhaben sei Er- ordnete an, dass man die Mittel ergreifen
soll und spornte dazu an und Sein Gesandter -Allahs Segen und Frieden auf
ihm- ordnete dies auch an.
Demnach ist
es dem Gläubigen nicht erlaubt die Mittel zu vernachlässigen. Vielmehr ist
man erst wirklich jemand, der (auf Allah) vertraut, wenn man die Mittel
ergreift. Deshalb wird die Eheschließung vorgeschrieben, um Kinder zu
bekommen und es wird der Geschlechtsverkehr (dafür) vorgeschrieben. Wenn
aber jemand kommt und sagt: „Ich werde nicht heiraten und warte auf ein
Kind, ohne zu heiraten“, dann würde er zu den Verrückten gezählt werden,
denn dies machen nicht die mit Verstand. Genauso soll man nicht Zuhause oder
in der Moschee sitzen und danach streben, dass Spenden und Versorgungen zu
einem kommen. Vielmehr muss man beim Suchen der erlaubten Versorgung
bestrebt sein, etwas tun und sich abmühen.
Und Maryam
-möge Allah ihr barmherzig sein- hat nicht auf die Mittel verzichtet. Denn
Allah sagte ihr:
„Und
schüttle zu dir den Palmenstamm, so lässt er frische, reife Datteln auf dich
herabfallen.“ [Maryam:25]
Sie
schüttelte den Palmenstamm und ergriff die Mittel, bis die frischen Datteln
herunterfielen. Somit hat sie von den Mitteln nicht abgelassen. Und dass die
Versorgung bei ihr war und dass Allah sie ehrte und ihr einen Teil des
Lebensunterhaltes ermöglichte und sie mit einem anderen Teil beschenkte,
bedeutet nicht, dass sie die Mittel vernachlässigte. Vielmehr betete sie
Allah an, ergriff die Mittel und handelte nach ihnen.
Und wenn
Allah einigen Seiner Freunde, unter den Gläubigen, einige Wunder herab
sendet; so gehört dies zu Seinem Vorzug -gepriesen und erhaben sei Er-. Dies
beweist aber nicht, dass man die Mittel vernachlässigt.
Von ihm
-Allahs Segen und Frieden auf ihm- wurde bereits bestätigt, dass er sagte:
„Strebe
nach dem, was dir nützt, bitte Allah um Hilfe und sei nicht schwach.“
Überliefert
von Muslim (2664).
Allah
-gepriesen sei Er- sagt:
„Dir allein
dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.“ [Al-Fatiha:5]“
Der geehrte
Schaikh ‘Abdul’aziz Ibn Baz -möge Allah ihm barmherzig sein-
Aus „Fatawa
Nur ‘ala Ad-Darb“ (364/1).
