Ist es richtig, dass es Verse gab, die zu Lebzeiten des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, rezitiert wurden, doch dann nicht in den Seiten des Mushaf, den wir heute vor uns haben, eingefügt wurden?
Ist das ein Hinweis darauf, dass der Koran, den wir heute vor uns haben, nicht derselbe ist, den es zu Lebzeiten des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gab? Ist es möglich, dass Sie die abgeschafften Verse, nicht in unserem Mushaf vorhanden sind, darlegen? Ich hörte, dass es einen Vers gibt, der „Vers der Steinigung“ genannt wird und dass er ein Teil des Korans war, dann sich jedoch veränderte und ein Teil der Sunnah wurde und die Rezitation davon (im Koran) abgeschafft wurde, aber das Urteil geblieben ist.
Und wenn das Urteil immer noch geblieben ist, was steckt dann in der Weisheit dahinter, dass das Rezitieren davon abgeschafft wurde? Das heißt: Wie kann die Rezitation abgeschafft werden, aber das Urteil nicht?
Und bedeutet das, dass sich die Prophetengefährten, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, über den Koran stritten? Und wenn nicht, was bedeutet dann, dass jeder einzelne von ihnen ein anderes Exemplar von dem hat, als das, was wir heute haben?
Alles
Lob gebührt Allah.
Erstens:
Erstmals
möchten wir, dass der edle Fragende an unserer Erfahrung mit dieser Art
von Fragen teilnimmt. Wir fanden, dass die, die dies verursachen, meistens
Leute sind, die dafür zuständig sind, die Realitäten aneinander zu
täuschen, um Dinge zu zeigen, als wären sie der vollkommene Zusammenbruch
über die Realität „der Bewahrung des edlen Korans“, und dass keiner mehr
darauf kommt, ob die Masahif (mehrz. Von Mushaf), die wir heute vor uns finden,
die Worte Allahs, gepriesen sei Er, sind oder nicht und das ist ein
gefährlicher Werdegang. Ein einziger Gedanke weist dich darauf hin; und
dieser ist, dass du voraussetzt, dass einige Verse und Suren, die zur Zeit des
Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gelesen wurden, nicht im Mushaf
bestätigt worden, aus einem Grund oder einem anderen. Dies bedeutet nicht
die Falschheit von allem, was zu uns gekommen ist, möge Allah es nicht
geschehen lassen.
Darauf
weist dich auch hin, dass du immer annimmst, dass jede große, historische
Überlieferungsarbeit, wie die Überlieferung des edlen Korans, wessen
Verse die Anzahl von tausenden erreichte, tausende edle Prophetengefährte
diese auch überlieferten, und auf tausenden Schriften, wie Steintafeln, Leder
etc. niedergeschrieben wurden, so muss die Geschichte auch eine kleine
Unaufmerksamkeit von jemandem, oder einen Dialog unter ihnen, oder eine kleine
Abweichung zwischen anderen überliefern. Dies muss, ohne Zweifel, während
dem Überliefern und Auswendiglernen, geschehen.
Was
die Verfälschung angeht, so geschieht dies bei den Leuten der Gelüste, die
die Wahrheiten verzerren und es für die, die darauf nicht spezialisiert sind,
unklar machen. Sie setzen diese Sachen so, als wären sie ein Beweis für
die Verfälschung des Korans, oder, dass die Überlieferung davon unglaubwürdig
sei.
Sie
tun so als würden sie vergessen haben, dass der edle Koran zu uns, auf diese
Art, die heute, mit Buchstaben, Konsonanten und Schrift, vor uns liegt, durch
hunderttausende von bestätigten Überlieferungen gebracht wurde,
welche sich durch die islamische Welt verbreitet haben, und dass die Exemplare
der Masahif, die auf den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm
zurückgeführt werden, in allen Büchereien der Welt, weder gezählt noch
erfasst werden können. Und wenn große wissenschaftliche
Institutionen errichtet werden, um die Überlieferungen, Masahif und Bücher
zu umfassen und aufeinanderfolgende Beweise des edlen Korans zu sammeln, so
wären sie nicht Imstande dazu.
Wenn
wir glauben, dass dies Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit der
Überlieferung des edlen Korans hat, und dass davon etwas herausgenommen
oder darin etwas hinzugefügt wird, zerstören wir dadurch die
wissenschaftlichen Waagschalen der Überlieferung, machen alle
bestätigten Wege der Überlieferung ungültig und zerstören alles,
was über das Kulturerbe der Völker und ihrer Geschichten überliefert
wurde, aufgrund einer Überlieferung hier und einer dort, über die wir
nicht nachgedacht haben und ihre Realität und richtigen Gesichtspunkt nicht
verstanden haben. Jede Anfechtung und Kritik, die man hier ausrichten kann,
abgesehen von ihrer Authentizität und ihrer Reinheit, wenn man diese
studiert, kann man auch um ein Vielfaches, ob auf gleicher Art oder nicht, auf
alles ausrichten, was die Menschen an Berichten, Wissenschaften, Geschichten
und altem Kulturerbe überliefern.
Ebenfalls
akzeptiert man die Gesichtspunkte der Überlieferung des Koran und der
Sunnah in dem man ihnen Vertrauen und Standhaftigkeit schenkt, solange nicht
etwas kommt, was diesem an Überlieferungen widerspricht.
Zweitens:
Hoffentlich
stimmt der edle Fragende mit uns, über unsere Verwunderung und Befremdung an
jeden, überein, der nicht glaubt, dass der Koran das Wort Allahs ist, der
Erschaffer von allem, der Lenker von allen und Gestalter der Wunder dieses
Universums. Der, dem die Herrschaft der Himmel und der Erde und dessen, was
dazwischen ist, gehört. Und Allah hat zu allem die Macht. Nach all dem missbilligt
er trotzdem, dass Er, gepriesen und erhaben sei Er, bestimmt, dass die Lesung
einiger Verse, ihr Urteil, oder beides zusammen abgeschafft wird.
Ist
Er, der Mächtige und Gewaltige, nicht Der, Der diese Verse herab sandte,
der diese edlen Worte sprach und der Richter über diese erhabenen Urteile?
Warum weiten sich die Köpfe und Herzen nicht aus, um einen Gedanken zu
akzeptieren, dass Allah, gepriesen sei Er, bestimmt, dass diese Worte, aus den
Seiten des edlen Mushaf, verschwinden, und trotzdem komplett im Kreis Seiner
geheiligten Worte bleiben, so wie die Thora und das Evangelium beide zu den
Worten und Befehlen Allahs gehören, und trotzdem wurden sie vom edlen
Koran abgeschafft (ersetzt) und über das Ausmaß, das noch nicht davon
verfälscht wurde, bleibt der Respekt und die Wertschätzung, in
Anbetracht dessen, dass sie die Worte Allahs, der Mächtige und Gewaltige,
sind?
Welcher
Schaden liegt in alle dem?!
Und
wenn wir im Diesseits ein Beispiel, und Allah hat das höchste Beispiel,
für jeden sehen, der ein Buch oder eine Erzählung schreibt, hierauf das
abschafft, was in seinen Büchern überliefert wurde und ihr System und alles,
was darin vorzufinden ist, ändert. Wie kann dieses Recht dem schwachen
Geschöpf geschenkt werden, und trotzdem sehen es einige Leute als Mangel
über das Recht des Schöpfers, der Gewaltige und Erhabene.
Und
wenn jemand sagt, dass die Abschaffung bedeutet, dass sich Allah zeigt, dass im
Alten Defizite und Lücken vorhanden sind, hierauf durchführt Er die Ersetzung
mit der neuen Art. Diesem wird gesagt, dass dies eigentlich ein lückenhafter
Beweis, in der Erfassung der Form dieser Thematik, ist. Denn die Abschaffung
der Rezitation bedeutet eigentlich, dass der Vers aus dem
Merkmal, dass er „quranisch“ sei, austritt, was nur bedeutet,
dass man durch die „Rezitation eine gottesdienstliche Handlung tätigte“,
aber, dass dessen Urteil bestehen bleibt, oder die Abschaffung des Gottesdienst
durch Rezitation und dem Urteil gemeinsam, aber, dass die Betrachtung bestehen
bleibt, dass es die Worte Allahs, der Mächtige und Gewaltige, sind.
Es
ist bekannt, dass der Gottesdienst eine Sache, in Wirklichkeit, eine
Angelegenheit ist, dessen Bedeutung man grundsätzlich nicht versteht. Wie
kann dann der Diener Einspruch erheben (und sagen), dass die Abschaffung der
Rezitation bedeutet, dass sich im Vers ein Mangel oder eine Lücke herausstellte?
Auf
unserer Seite wurden bereits in den Fatwas Nr. 105746,
110237, 174796,
176972
einige Beispiele von Versen, dessen Rezitation abgeschafft wurde, und das, was
die Gelehrten darüber an tiefer Weisheit, über diese Art von Abschaffung,
erwähnten, angeführt.
Drittens:
Wenn
du das zur Kenntnis nimmst, was zuvor kam, wird dir auch klar, dass das, was
die Gelehrten der Sunnah über „den Vers der Steinigung“, dessen Rezitation
abgeschafft, aber sein Urteil geblieben ist, erwähnten, dass es ein Teil
der Angelegenheit der „Abschaffung“ ist, welche bereits bestimmt und verwurzelt
wurden, und im edlen Koran selbst die Gründung davon bestätigt wurde. Und
dies in Allahs, der Mächtige und Gewaltige, Aussage: „Was Wir an Versen
aufheben oder in Vergessenheit geraten lassen – Wir bringen bessere oder
gleichwertige dafür. Weißt du denn nicht, dass Allah zu allem die Macht
hat? * Weißt du denn nicht, dass Allah es ist, Der die Herrschaft über
die Himmel und die Erde hat, und dass ihr ausßer Allah weder Schutzherrn
noch Helfer habt?“
[Al-Baqara
2:106-107]
Und
um das, was über „den Vers der Steinigung“ überliefert wurde, im Detail zu
erörtern, bitten wir die Fatawa 111382 und
179886 zu erörtern.
Viertens:
Genauso
fand auch kein Streit zwischen den edlen Prophetengefährten über den edlen
Koran statt. Einige Leute dachten vielmehr, dass der Streit zwischen ihnen nur
stattfand, aufgrund dessen, da sie sahen, dass die edlen
Prophetengefährten ihre Exegesen und Erklärungen, auf ihren privaten
Masahif, niederschrieben, und weil sie von anderen Prophetengefährten
sahen, die jene Verse bestätigten, dessen Rezitation abgeschafft wurde.
Deshalb bilden sich einige Leute, ob absichtlich oder nicht, ein, dass dies ein
wahrer Streit zwischen den Prophetengefährten bzgl. des edlen Korans war.
In Wahrheit aber war es, weder von nah noch von fern, ein Streit. Vielmehr war
es, wie zuvor erwähnt so, dass es eine Erklärung oder eine Exegese
war, die der Prophetengefährte auf sein privates Exemplar niederschrieb.
Dies verfälschten einige Leute und wollten uns vortäuschen, dass dies
vom Koran sein, oder abgeschaffte Verse und Suren, die dieser
Prophetengefährte, aus seinem privaten Exemplar, nicht beseitigt hat, damit
er dies in sein Gedächtnis ruft und nach dessen Urteil/Regel handelt, und
er weiß und beugt sich, dass er durch dessen Rezitation eine gute Tat
begeht (oder einen Gottesdienst macht).
Dies
kannst du im Detail unter den Nummern 178209,
195880, 197942 erörtern.
Und
Allah weiß es am besten.
Zusammenfassung
der Antwort:
Es
gab keinen Streit zwischen den edlen Prophetengefährten über den Mushaf.
Der Koran wird von Hinzufügungen und Abnahmen bewahrt. Einige Leute dachten
vielmehr, dass der Streit zwischen ihnen nur stattfand, aufgrund dessen, da sie
sahen, dass die edlen Prophetengefährten ihre Exegesen und
Erklärungen, auf ihren privaten Masahif, niederschrieben, und weil sie von
anderen Prophetengefährten sahen, die jene Verse bestätigten, dessen
Rezitation abgeschafft wurde. Deshalb bilden sich einige Leute, ob absichtlich
oder nicht, ein, dass dies ein wahrer Streit zwischen den
Prophetengefährten bzgl. des edlen Korans war. In Wahrheit aber war es,
weder von nah noch von fern, ein Streit.
