Viele Schiiten behaupten, dass ‚Ali ibn Abi Talib, möge Allah mit ihm zufrieden sein, nie den Treueeid an Abu Bakr, möge Allah mit ihm zufrieden sein, abgelegt hatte. Sie sagen, dass seine Faust geballt war, und dass er auf keinen Fall den Treueeid ablegte. Ich frage mich, ob es dem Schaikh (hier wird Schaikh Al-Munajjid angesprochen), so Allah will, möglich wäre, mir zu helfen das zu verstehen, was tatsächlich geschehen ist. Möge Allah Sie mit Gutem belohnen.
Alles Lob gebührt Allah.
Erstens:
Der Treueeid von ‚Ali ibn Abi
Talib, möge Allah mit ihm zufrieden sein, ist in den zwei Sahih-Werken
(Al-Bukhari und Muslim) bestätigt worden, auch wenn es nach einigen
Monaten verspätet geschah.
Von ‚Aischa, möge Allah
mit ihr zufrieden sein, wurde überliefert, dass Abu Bakr, möge Allah mit
ihm zufrieden sein, zu ‚Ali ibn Abi Talib, möge Allah mit ihm zufrieden
sein, herein kam, nachdem er ihn einlud (o. zu sich rief). Daraufhin las ‚Ali
den Taschahhud (Er sprach das islamische Glaubensbekenntnis aus) und sagte:
„Wir kannten bereits deinen Vorzug und was Allah dir gab. Und wir waren noch
nie, wegen dem, was Allah dir brachte, eifersüchtig, jedoch
hast du
unabhängig von uns gehandelt. Wir jedoch sehen, aufgrund unserer
Verwandtschaft mit dem Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, dass
wir einen Anteil (daran) haben (, dass du nach unserer Meinung fragst und dich
um unseren Treueeid bemühst).“
Daraufhin flossen die
Tränen von Abu Bakr. Als Abu Bakr dann sprach, sagte er:
„Bei Dem, in Dessen Hand
meine Seele ist, die Verwandtschaft des Gesandten Allahs, Allahs Segen und
Frieden auf ihm, ist mir lieber, als, dass ich meine eigene Verwandtschaft
pflege. Und was das betrifft, was zwischen uns, in Bezug auf diese Besitztümer,
vorgefallen ist, so habe ich das Gute nicht unterlassen, und ich habe noch nie
eine Sache gelassen, in der ich den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden
auf ihm, sah, dass er sie tat, außer, dass ich sie auch tat.“
Daraufhin sagte ‚Ali zu Abu
Bakr: „Wir treffen uns am Abend für den Treueeid.“
Als dann Abu Bakr das
Mittagsgebet verrichtete, stieg er auf die Minbar, sprach den Taschahhud aus
und erzählte von der Sache von ‚Ali, seiner Zurückhaltung von dem Treueeid
und von seiner Entschuldigung, mit der er sich entschuldigt hatte. Hierauf bat ‚Ali
um Vergebung, sprach den Taschahhud aus und ehrte das Recht von Abu Bakr hoch.
Er erzählte, dass ihn dies, was geschah, nicht die Eifersucht gegenüber
Abu Bakr brachte, auch nicht aus Missfallen gegenüber dem, womit Allah ihm den
Vorzug gewährte, jedoch sah er, dass er (und seine Verwandtschaft) einen
Anteil (bzgl. der Beratung und des Treueeides) hat, aber er handelte
unabhängig von ihnen und sie waren darüber verärgert. Dies erfreute
die Muslime und sie sagten: „Du hast richtig gehandelt.“ Und die Muslime waren ‚Ali
nahe, als er zur guten Sache zurückkehrte (gemeint ist, dass sie mit ihm
zufrieden waren und sein Handeln lobten).“
Überliefert von al-Bukhari
(3998) und Muslim (1759)
In einer anderen
Überlieferung von Muslim in seinem Sahih-Werk:
„Hierauf stand Ali auf, ehrte
das Recht Abu Bakrs hoch und erzählte von seinem Vorzug und seiner
Vergangenheit. Dann ging er zu Abu Bakr und leistete ihm den Treueeid. Danach
kamen die Menschen zu Ali und sagten: „Du hast richtig und gut gehandelt!“ So
waren die Menschen Ali nahe, als er sich der guten Sache näherte.“
An-Nawawi, möge Allah
ihm barmherzig sein, sagte:
„Was das Zurückhalten von
‚Ali, möge Allah ihm barmherzig sein, von dem Treueeid angeht, so
erwähnte es ‚Ali (selbst) in diesem Hadith und Abu Bakr, möge Allah
mit ihm zufrieden sein, machte die Entschuldigung geltend. Trotzdem
schmälert seine Zurückhaltung weder den Treueeid noch ihn selbst.
Was den Treueeid angeht, so
sind sich die Gelehrten darüber einig, dass es keine Bedingung ist, dass er von
allen Menschen geleistet werden muss, und auch nicht von allen der Ahl al-Hall
wa al-´Aqd. Vielmehr ist die Leistung des Treueeids von denen vorausgesetzt,
denen es leicht fällt sie zusammen zu bringen, von Gelehrten,
Oberhäuptern und angesehenen Menschen.
Was den
Nicht-Vorwurf darin angeht, so ist dies, weil nicht jeder verpflichtet ist zum
Führer zu gehen, seine Hand auf die seine zu legen und die Treue zu leisten.
Vielmehr soll er, wenn Ahl al-Hall wa al-´Aqd sich dem Führer
anschließen, sich diesem beugen, keinen Widerspruch zeigen und sich nicht
auflehnen.
Und so war die Stellung von
‚Ali, möge Allah mit ihm zufrieden sein, zu dieser Zeit, die vor seinem
Treueeid war, denn er hat Abu Bakr weder widersprochen, noch hat er sich gegen
ihn aufgelehnt (o. sich von ihm getrennt). Aber er hat sich wegen dem
erwähnten Grund im Hadith an der Teilnahme zurückgehalten. Und die
Abschließung und Festsetzung des Treueeids sind nicht von seiner
Teilnahme abhängig und es ist keine Pflicht für ihn, und andere daran teilzunehmen.
Da es also keine Pflicht war, nahm er nicht daran teil.
Von ihm wurde auch nicht
überliefert, dass er den Treueeid geschmäht oder widersprochen hat. Jedoch
hatte er einen Vorwurf (siehe oben). Aus diesem Grund hielt er sich zurück bis
der Vorwurf (geklärt) und bei Seite gelegt wurde.
Der Grund für den Vorwurf war,
dass er, trotz seines Ansehens und seines Vorzuges in allen Dingen, und seiner
Nähe zum Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, usw. meinte, dass
man keine Sache, ohne seine Beratung und Teilnahme, entscheiden solte. Der
Grund von Abu Bakr, ‚Umar und allen anderen Sahaba war klar. Denn sie waren der
Meinung, dass es als eines der größten Nutzen für die Muslime ist,
dass man sich bei dem Treueeid beeilen solle, und befürchteten, dass wenn sich
es nach hinten schieben sollten, dadurch Meinungsverschiedenheiten und Streit
entstehen, was gewaltigen Schaden mit sich bringen würde. Aus diesem Grund
schoben sie das Begräbnis des Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm,
nach hinten, bis sie den Treueeid geleistet hatten, aufgrund dessen, dass es zu
den wichtigsten Dingen gehörte, damit kein Streit bezüglich seines
Begräbnisses, seines Leichentuches, seiner Waschung, dem Gebet auf ihm
oder sonst was entsteht, während sie niemanden haben, der diese Dinge
entscheidet. Somit waren sie der Meinung, dass das Vorziehen des Treueeides zu
den wichtigsten Dingen gehörte.“
Aus „Scharh Muslim“
(77/12-78)
Al-Hafidh ibn Hajar,
möge Allah ihm barmherzig sein, sagte:
„Als würden sie ihn entschuldigen,
dass er sich, während der Lebenszeit von Fatima, von Abu Bakr zurückhielt,
da er mit ihr beschäftigt war, sie pflegte und sie, aufgrund ihrer Trauer
wegen ihrem Vater, Allahs Segen und Frieden auf ihm, tröstete. Und als sie
wütend war, dass Abu Bakr sie zurückwies, als sie ihn nach dem Erbe fragte.
Deshalb war ‚Ali der Meinung ihr in der Zurückhaltung zuzustimmen .“
Aus „Fath al-Bari“ (494/7)
Zweitens:
Es wurde auch überliefert,
dass ‚Ali ibn Abi Talib, möge Allah mit ihm zufrieden sein, Abu Bakr schon
von Anfang an den Treueeid geleistet hat und sich davon nicht zurückgehalten
hat. Aber über die Bestätigung dieser Überlieferung, in der dies
(genauer) dargelegt wird, gibt es Uneinstimmigkeiten.
Der Hadith wurde nämlich
von Wuhaib ibn Khalid, berichtet von Dawud ibn Abi Hind, berichtet von Abu Nadhra
berichtet von Abu Sa’iid überliefert.
Vier der Gefährten von
Wuhaib ibn Khalid haben den Hadith überliefert. Drei von ihnen überlieferten
ihn auf gekürzte Weise, der die Erwähnung vom Treueeid von ‚Ali und az-Zubair
an Abu Bakr, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, am Anfang seines
Kalifats, nicht beinhaltet.
Diese sind:
1.
‚Affan
ibn Muslim. Und die Überlieferung wird noch genauer dargelegt. Derjenige,
der von ‚Affan ibn Muslim überlieferte, dass er vom Treueeid erzählte, hat
sich geirrt und einen Fehler begangen.
2.
Abu Dawud at-Tayalisi
im „Musnad“ (495/1, Nr. 603).
Mit derselben Überlieferungskette von ibn ´Asakir
in „Tarikh Dimaschq“ (314/19).
3.
Zuhair
ibn Ishaq: Er ist ein schwacher Überlieferer, so wie es in „Mizan al-I´tidal“
(82/2) steht. Diese Überlieferungskette überlieferte ibn ´Adiyy in „al-Kamil“
(223/3) und sagte: „Ich kenne keinen, der dies (diesen Hadith) von Dawud
überlieferte außer Zuhair ibn Ishaq und Wuhaib. Zuhair hat gute Hadithe.
Derjenige von den Leuten Basras, der am meisten von ihm überlieferte, war Muhammad
ibn Abu Bakr al-Maqdimi. Und ich hoffe, dass es kein Problem mit ihm gibt, denn
(Yahya) ibn Ma’in hat von ihm einen Maqtu‘-Hadith verworfen, wie ich bereits
erwähnte. Was aber seinen Musnad-Hadith angeht, so sind diese im Allgemeinen
richtig/stark.“
Was den vierten
Überlieferer von Wuhaib ibn Khalid angeht, so hat er ihn (den Hadith) mit
der verlängerten Version, die den Treueeid von ‚Ali ibn Abi Talib und az-Zubair
an Abu Bakr, möge Allah ihnen allen barmherzig sein, beinhaltet,
überliefert.
Dieser Überlieferer ist
al-Mughira ibn Salama Abu Hisham al-Makhzumi. Er ist vertrauenswürdig und fest
(Thiqatun Thabt), so wie es in „Tahdhib at-Tahdhib“ (261/10) steht, was Imam
Al-Baihaqi in „As-Sunan Al-Kubra“ (143/8) von ihm überlieferte. Er sagte: „Abul
Hassan ‚Ali ibn Muhammad ibn ‚Ali Al-Hafidh al-Isfaraini überlieferte von Abu ‚Ali
al-Husain ibn ‚Ali al-Hafidh, berichtet von Abu Bakr Muhammad ibn Ishaq ibn
Khuzaima und Ibrahim ibn Abi Talib, berichtet von Bandar ibn Baschar, berichtet
von Abu Hischam al-Makhzumi, berichtet von Wuhaib, dann erzählte er es so.“
Abu ‚Ali al-Hafidh sagte:
„Ich hörte Muhammad ibn Ishaq ibn Khuzaima sagen: „Muslim ibn Hajjaj kam
zu mir und fragte mich nach diesem Hadith, daraufhin schrieb ich ihn ihm auf
einen Zettel und las ihn vor. Er sagte daraufhin: „Dieser Hadith ist so viel
Wert, wie eine Kamelstute.“ Ich fragte: „So viel, wie eine Kamelstute? Vielmehr
so viel, wie ein Vollmond.“
Die Aussage: „… dann
erzählte er es so.“ Er meint damit die Version, in der der Treueeid
erwähnt wird, so wie es klar und deutlich in der Überlieferung von ibn
´Asakir in „Tarikh Dimaschq“ (277/30), berichtet von Imam al-Baihaqi selbst,
steht.
Imam adh-Dhahabi, möge
Allah ihm barmherzig sein, sagte, nachdem er die Überlieferung zitierte,
in der der Treueeid erwähnt wurde:
„Trotz dass die
Überlieferungskette gut ist, sind darin Dinge vorhanden, die abgelehnt/verworfen
werden, so halte dir das vor Augen.“
Aus „Al-Muhadhdhab“ (3239/6)
Was die Erläuterung der
Meinungsverschiedenheit über ‚Affan ibn Muslim anbelangt, so wird dies
folgendermaßen erklärt:
Über ‚Affan ibn Muslim
ist man sich in zwei Punkten uneinig:
1.
Dass er
(der Hadith) von den großen Imamen überliefert wurde, die (ihn) von ‚Affan,
in einer gekürzten Version, nahmen. Darin wird der Treueeid von ‚Ali ibn Abi
Talib und az-Zubair an Abu Bakr, möge Allah ihnen allen barmherzig sein,
nicht erwähnt. Der Wortlaut (dieses Hadiths ist folgender):
„Als der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, starb,
standen die Prediger der Ansar (Helfer, gemeint sind die Medinenser, die den
Mekkanern, nach ihrer Auswanderung, geholfen haben) auf und einige von ihnen
begannen zu sagen: „O ihr Muhajirun (Auswanderer, gemeint sind die Mekkaner,
die von Mekka nach Medina auswanderten)! Gewiss, der Gesandte Allahs, Allahs
Segen und Frieden auf ihm, pflegte, wenn er einen Mann von euch sandte, ihn mit
einem Mann von uns zusammen zu bringen. So sind wir der Meinung, dass diese
Sache von zwei Männern übernommen werden soll. Einer von euch und einer
von uns.“
Daraufhin stand Zaid ibn Thabit auf und sagte: „Gewiss, der Gesandte
Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gehörte zu den Muhajirun, so
waren wir die Ansar (Helfer) des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf
ihm. Somit ist der Imam einer von den Muhajiren und wir sind seine Ansar, so
wie wir einst die Ansar des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm,
waren.“
Abu Bakr, möge Allah ihm barmherzig sein, sagte hierauf: „Möge
Allah es euch mit Gutem belohnen, O ihr Ansar! Und möge Er euren Redner
festigen. Bei Allah, wenn ihr etwas anderes als das gesagt hättet, hätten
wir mit euch keinen Frieden gestiftet.“
Dies überlieferten von ihm:
Ibn Abi Schaiba in „Al-Musannaf“ (430/7),
Imam Ahmad in „Al-Musnad“ (489/35)
Ibn Sa’d in „At-Tabaqat“ (212/3),
Al-Baladhuri in „Ansab Al-Aschraf“ (318/3),
Ahmad ibn al-Qayim ibn Al-Musaawir al-Jawahiri, wie es bei at-Tabarani in
„Al-Mu’jam Al-Kabir“ (114/5) steht,
Ja’far As-Sayegh, wie es bei ibn ´Adiyy in „Al-Kamil“ (223/3) steht, dass
er sagte: „Uns überlieferte ‚Ali ibn Ahmad ibn Marwan, berichtet von Abu As-Saqr
Al-Warraq, und dieser ist Yahya ibn Dawud al-Baghdadi, berichtet von Muhammad
ibn Munir ibn Saghir, berichtet von Ja’far As-Sayegh, berichtet von ‚Affan …“
Adh-Dhahabi sagte über diese Überlieferung:
„Dies hat eine authentische Überlieferungskette.“ Aus „Siyar A’lam
An-Nubalaa“ (433/2)
Und Al-Haithami sagte über diese Überlieferung:
„At-Tabarani und Ahmad überlieferten es und seine Männer
(Überlieferer) sind authentisch.“ (Majma‘ Az-Zawaid“ (183/5)
2.
Dies
überlieferte einer der Gefährten von ‚Affan ibn Muslim, in der
verlängerten Version, in der der Treueeid von ‚Ali ibn Abi Talib und az-Zubair
an Abu Bakr, möge Allah mit ihnen allen zufrieden sein, erwähnt wird.
Der Wortlaut:
„Als der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, starb,
standen die Prediger der Ansar auf und einer von ihnen begann zu sagen: „O ihr
Muhajirun! Gewiss, der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm,
pflegte, wenn er einen Mann von euch einsetzte, einen Mann von uns mit ihm
einzusetzen. Somit sind wir der Meinung, dass diese Sache zwei Männer
übernehmen sollen. Einer von ihnen ist von euch und der andere von uns.“
Da folgten die Prediger der Ansar diesem, woraufhin Zaid ibn Thabit,
möge Allah mit ihm zufrieden sein, aufstand und sagte: „Gewiss, der
Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, gehörte zu den
Muhajirun und der Führer soll einer der Muhajirun werden (o. wird einer der
Muhajirun). Und wir werden seine Ansar sein, so wie wir einst die Ansar des
Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, waren.“
Daraufhin stand Abu Bakr, möge Allah mit ihm zufrieden sein, auf und
sagte: „Möge Allah euch mit Gutem belohnen, O ihr Ansar! Und möge Er
euren Redner festigen.“ Hierauf sagte er: „Wenn ihr etwas anderes, als das,
gemacht hättet, , hätten wir mit euch keinen Frieden gestiftet.“
Danach nahm Zaid ibn Thabit die Hand Abu Bakrs und sagte: „Das ist euer
Anführer, so leistet ihm den Treueeid.“ So begannen sie damit.
Als Abu Bakr, möge Allah mit ihm zufrieden sein, auf der Minbar
saß, schaute er sich die Gesichter der Leute an, doch er sah ‚Ali,
möge Allah mit ihm zufrieden sein, nicht. Er fragte nach ihm und einige
Leute der Ansar standen auf und holten ihn. Abu Bakr, möge Allah mit ihm
zufrieden sein, sagte: „Der Vetter des Gesandten Allahs, Allahs Segen und
Frieden auf ihm, und sein Schwiegersohn! Wolltest du dich von der Gemeinschaft
der Muslime trennen?“
Er antwortete: „Kein Tadel, O Kalif des Gesandten Allahs!“ So leistete er
ihm den Treueeid.
Danach sah er az-Zubair ibn al-´Awaam, möge Allah mit ihm zufrieden
sein, nicht. Er fragte nach ihm, bis sie ihn her brachten. Hierauf sagte er:
„Der Cousin des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, und sein
Jünger! Wolltest du dich von der Gemeinschaft der Muslime trennen?“ Daraufhin
sagte er dasselbe wie ‚Ali: „Kein Tadel, o Kalif des Gesandten Allahs.“ Danach
leistete er ihm den Treueeid.“
Dies überlieferte Ja’far ibn Muhammad ibn Schakir ibn ‚Affan in dieser
verlängerten Form. Genauso überlieferte es al-Hakim in „Al-Mustadrak“
(80/3). Und von ihm überlieferte er es von seinem Schaikh Abu Muhammad al-Muqri`
bei al-Baihaqi in „As-Sunan Al-Kubra“ (143/8).
Al-Hakim sagte: „Dies ist ein authentischer Hadith, gemäß der
Bedingung der zwei Schaikhs (Al-Bukhari und Muslim), doch haben sie ihn nicht
überliefert.“ In „At-Talkhis“ hat Adh-Dhahabi darüber geschwiegen.
Ja’far ibn Muhammad ibn Schakir, auch wenn al-Khatib al-Baghdadi, Ibn al-Munadi
und Maslama ibn Al-Qasim ihn, so wie es in „Tahdhib At-Tahdhib“ (102/2) steht,
als vertrauenswürdig einstuften, so widersprachen ihnen dabei die großen
Imame, die den Hadith von ‚Affan ibn Muslim besser kannten, als er. Somit ist
der authentische Punkt der gekürzte Hadith und dass der Treueeid von ‚Ali ibn
Abi Talib an Abu Bakr, möge Allah mit ihm zufrieden sein, in dieser
Begebenheit, nicht erwähnt wurde.
Sa’d ibn Iyaas al-Jariri
folgte Dawud ibn Abi Hind in der Überlieferung von Abu Nadhra. Und in
seiner Überlieferung wird der Treueeid von ‚Ali und az-Zubair an Abu Bakr,
möge Allah mit ihnen zufrieden sein, erwähnt, so wie es in „Tarikh
Dimaschq“ (278/30) steht.
Jedoch ist in der
Überlieferungskette ‚Ali ibn ´Aasim ibn Suhaib al-Waasiti. Dieser hat in
den Überlieferungen viele Fehler begangen.
‚Ali ibn al-Madiini sagte
über ihn: „’Ali ibn ´Aasim hat sich oft geirrt. Und wenn er sich geirrt hat und
ihm darauf geantwortet wurde, hat er es nicht zurückgenommen.“ Und so haben
alle anderen Kritiker über ihn geurteilt. Siehe: „Tahdhib At-Tahdhib (348/7)
Drittens:
Das Fazit ist, dass der von ‚Ali
ibn Abi Talib, möge Allah mit ihm zufrieden sein, bestätigte Treueeid
der ist, der in den zwei Sahih-Werken von Aa-Bukhari und Muslim überliefert
wurde. Und was den ersten überlieferten Treueeid, im Hadith von Abu Sa’iid al-Khudri,
betrifft, so hält man sich davor zurück dies zu bestätigen.
Was die Behauptung angeht, dass ‚Ali ibn Abi Talib,
möge Allah mit ihm zufrieden sein, den Treueeid aus Zwang geleistet hat,
so ist dies eine falsche Behauptung, die aus klarem Hochmut und starker Blindheit
(o. Unwissenheit) über die Realitäten, die in den authentischen
Überlieferungsketten überliefert wurden, erzählt wird.
Schaikh al-Islam Ibn Taimia, möge Allah ihm
barmherzig sein, sagte:
Durch Mutawatir-Berichten weiß man, dass sich
keiner vom Treueeid an Abu Bakr As-Siddiq, möge Allah mit ihm zufrieden
sein, zurückhielt, bis auf Sa’d ibn ´Ubaada. Was ‚Ali und die Banu Hashim (Der
Stamm der Haschimiten, zu denen der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden
auf ihm, und seine Verwandtschaft gehörten) angeht, so haben sie, mit
Übereinstimmung der Leute, ihm den Treueeid geleistet. Keiner von ihnen starb,
außer, dass er ihm den Treueeid leistete, jedoch wird gesagt, dass sich
der Treueeid von ‚Ali um sechs Monate verspätete. Es wird auch gesagt,
dass er ihm sogar am zweiten Tag den Treueeid leistete. Jedenfalls haben sie
ihm, ohne Zwang, die Treue geleistet.“
Aus „Minhaj As-Sunnah“ (232/8)
Und Allah weiß es besser.
