Die Bedeutung der Glaubensbezeugung: „Muḥammad ist der Gesandte Allahs.“:

Die Bezeugung, dass Muḥammad der Gesandte Allahs ist, beinhaltet Folgendes: Alles, was er uns berichtet hat, als absolute Wahrheit anzunehmen. Es bedeutet, das zu tun, was er uns befohlen hat und das zu unterlassen und davon fernzubleiben, was er uns verboten hat. Außerdem beinhaltet diese Bezeugung, dass man Allah nur auf die Weise dienen darf, die Allahs Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) für uns festgelegt und uns gelehrt hat.

Welche Angelegenheiten sind bereits mit meinem festen Glauben an „Muḥammad ist der Gesandte Allahs.“ inbegriffen?

  1. Die absolute Überzeugung, dass alles, womit uns der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) benachrichtigt hat, absolut wahr ist. Und zwar in allen Themenbereichen. Hierzu gehören:
  • Der Glaube an alle Inhalte, die über das Verborgene handeln sowie der Glaube an den Tag des Jüngsten Gerichts, der Glaube an das Paradies und die in ihm vorhandene Glückseligkeit, der Glaube an das Höllenfeuer und die in ihm stattfindende Bestrafung.
  • Ebenso inbegriffen sind der Glaube an die Geschehnisse am Tag der Auferstehung, der Glaube an die Zeichen der letzten Stunde und der Glaube an die Begebenheiten, die in der Endzeit noch geschehen werden.
  • Außerdem gehören dazu die Benachrichtigungen, was mit den ersten und früheren Völkern geschah und was sich zwischen ihnen und den zu ihnen entsandten Propheten (Allahs Friede auf ihnen) ereignete.
  1. Das Halten an den Geboten und den Verboten des Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm). Dies umfasst:

Es ist für jeden Muslim eine Pflicht, an alle authentischen Hadithe des Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) zu glauben.

  • Das Befolgen der Anweisungen, die uns der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) erteilt hat. Ebenso zählt hierzu unsere absolute Gewissheit, dass alles, was er spricht, nicht aus eigener Neigung ist, sondern nur eine Offenbarung, die Allah ihm eingegeben hat. Der Erhabene sagte: Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah. (Sure 4 an-Nisāʾ Vers 80)
  • Außerdem zählt hierzu, dass wir uns von allen Angelegenheiten, die uns der Prophet als verboten erklärt hat, fernhalten und sie meiden, wie etwa schlechtes Benehmen oder schädliche Handlungen und Praktiken. Und wir sind fest davon überzeugt, dass uns diese Verbote nur deshalb untersagt wurden, weil in der Unterlassung dieses Verbotes eine göttliche Weisheit steckt, die Allah bestimmte, und weil darin unser Wohl liegt, selbst wenn wir den Sinn des Verbots manchmal nicht ganz verstehen.
  • Doch wir glauben mit Gewissheit daran, dass das Befolgen der Gebote und das Fernbleiben von den Verboten uns großen Nutzen und innere Glückseligkeit im Diesseits und Jenseits bringen. So sagte der Erhabene: Und gehorcht Allah und dem Gesandten, auf dass ihr Erbarmen finden möget! (Sure 3 Āl-i-ʿImrān Vers 132)
  • Wir glauben daran, dass derjenige, der sich dem Befehl des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) widersetzt, strenge Strafe verdient. Allah, der Erhabene sagte: So sollen diejenigen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, sich vorsehen, dass nicht eine Versuchung sie trifft oder schmerzhafte Strafe sie trifft. (Sure 24 an-Nūr Vers 63)
  1. Wir dürfen Allah nur auf die Weise dienen, die uns der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) zeigte. Dies beinhaltet mehrere Punkte, auf die ausdrücklich hingewiesen werden muss:
  • Den Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) zum Vorbild nehmen: Die Weise (Sunna) des Gesandten Allahs, seine Rechtleitung, sein gesamtes Leben mit allen Aussagen, Handlungen, Zustimmungen und schweigenden Gutheißungen sind für uns das oberste Vorbild in allen Lebensbereichen. Und je mehr der Diener Gottes die Sunna und die Rechtleitung des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) befolgt, desto mehr kann er die Nähe Allahs erlangen und desto höher ist seine Stellung bei seinem erhabenen Herrn. Allah sprach: Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig. (Sure 3 Āl-i-ʿImrān Vers 31)
  • Die islamische Religion ist vollständig: Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) hat die Religion und die islamischen Gesetze vollständig und lückenlos übermittelt. Demnach ist es niemandem erlaubt, eine neue gottesdienstliche Handlung einzuführen, die uns nicht vorher der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) lehrte.
  • Die Gebote Allahs sind für alle Orte und Zeiten geeignet: Die religiösen Vorschriften und Gesetze, die im Buch Allahs und in der Sunna Seines Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) feststehen, sind für alle Orte und Zeiten geeignet. Denn es gibt niemanden, der wissender sein könnte, was den Menschen Wohl und Nutzen bringt, als Derjenige, Der sie erschaffen und aus dem Nichts entstehen lassen hat.
  • Übereinstimmung mit der Sunna: Damit die gottesdienstlichen Handlungen eines Menschen von Allah angenommen werden, müssen sie erstens mit einer aufrichtigen und reinen Absicht um Allahs willen verrichtet und zweitens auf dieselbe Weise vollzogen werden, wie es der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) uns zeigte und für uns festlegte. Allah, der Erhabene sagte: Wer nun auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll rechtschaffen handeln und beim Dienst an seinen Herrn (Ihm) niemanden beigesellen. (Sure 18 al-Kahf Vers 110) Das Wort „rechtschaffen“ bedeutet hier: richtig und in Übereinstimmung mit der Sunna des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm).
  • Das Verbot von Neuerungen in der Religion (bidʿa): Wer eine Handlung oder einen Gottesdienst erfindet, was nicht zur Sunna des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) gehört und Allah auf diese Weise anbeten möchte, der hat sich Allahs Befehl widersetzt und macht sich dadurch sündig. Und diese Tat wird abgelehnt und an ihn zurückgewiesen. Hierzu zählt beispielsweise das Verrichten eines Gebets auf eine Weise, die sich gänzlich vom korrekten islamischen Gebet unterscheidet. So sprach Allah, der Erhabene: So sollen diejenigen, die Seinem Befehl zuwiderhandeln, sich vorsehen, dass nicht eine Versuchung sie trifft oder schmerzhafte Strafe sie trifft. (Sure 24 an-Nūr Vers 63) Der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: „Wer in dieser unserer Angelegenheit (d.h. Religion) etwas Neues begründet, das nicht dazugehört, ist abzuweisen.“ (Buḫārī Hadith Nr. 2250 und Muslim Hadith Nr. 1718)

Wenn das islamische Recht Neuerungen, Zusätze und Abwandlungen in den gottesdienstlichen Handlungen verbietet, dann nur aus dem Grund, um die Religion vor Verfälschung und Veränderung zu bewahren. Die Religion soll davor geschützt werden, zu einem Spielball menschlicher Neigungen und Begierden zu verkümmern. Der Islam spornt die Menschen an, ihre Intelligenz einzusetzen, um neues Potenzial für Kreativität und Innovation in allen Bereichen des Lebens hervorzubringen und die Geheimnisse des beobachtbaren Universums zu entdecken. Denn im Islam ist es wichtig, der Menschheit nützlich zu sein und für sie einen Fortschritt für die Gegenwart und Zukunft zu erzielen. .