Aus welchem Grund werden immer die Männer im Koran angesprochen, und nicht die Frauen?
Alles
Lob gebührt Allah.
Die
Ansprachen des edlen Koran beziehen sich nicht immer auf die Männer, ohne die
Frauen.
Vielmehr
kommen die Ansprachen des edlen Koran in drei Arten vor:
Die
erste Art:
Eine
Art davon, die speziell an die Männer, nicht die Frauen, gerichtet ist,
wie die Aussage Allahs, erhaben sei Er:
„Und
heiratet Götzendienerinnen nicht, bevor sie glauben. Und eine
gläubige Sklavin ist fürwahr besser als eine Götzendienerin, auch
wenn diese euch gefallen sollte. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen)
mit Götzendienern, bevor sie glauben.“
[Al-Baqara
2:221]
Dasselbe
gilt für die Verse der Anstrengung (Jihad) und Verse der Vollbringung der
Strafen (Hudud).
Es
sind die Männer, die damit angesprochen werden, nicht die Frauen.
Die
zweite Art:
Ist
an die Frauen gerichtet. Es kann sein, dass die Regeln/Urteile speziell für die
Frauen gelten, wie die Verse des Hijaabs (Vollverschleierung) und der ´Iddah
(gesetzliche Wartefrist der Frau nach Auflösung der Ehe durch den Tod des
Mannes oder durch Scheidung bis zur Wiederverheiratung).
So
wie Allah, erhaben sei Er, sagt:
„Und
wenn ihr sie um einen Gegenstand bittet, so bittet sie hinter einem Vorhang
(arab.: Hijaab).“
[Al-Ahzaab
33:53]
Es
kann auch sein, dass die Regel allgemein, sowohl für Männer als auch für
Frauen, gilt. Die Ansprache selbst wurde bereits auch in anderen Versen an
Männer gerichtet (in Versen, die grammatikalisch an Frauen gerichtet
sind), wie Allahs, erhaben sei Er, Aussage:
„Verrichtet
das Gebet und entrichtet die Abgabe und gehorcht Allah und Seinem Gesandten.“
[Al-Ahzaab
33:33]
Die
dritte Art:
Diese
ist an alle Männer und Frauen gerichtet. Und diese ist die, welche im
männlichen Wortlaut steht, auch wenn damit beide Geschlechter zusammen
gemeint sind, wie die Verse, die mit dem Wortlaut: „O Söhne Adams“, und:
„O die ihr glaubt“, stehen.
Genauso
ist es, wenn sie (die Ansprache) in (allgemeiner) Pluralform steht (im
Arabischen steht „Waaw al-Jamaa’ah“. Dieser Partikel weist auf den Plural hin,
ob Verb oder Nomen, und wird entweder nur für Männer, oder auch für
Männer und Frauen, angewendet), so wie Allahs Aussage:
„Und
verrichtet das Gebet und entrichtet die Abgabe und gebt Allah ein gutes Darlehen.“
[Al-Muzzammil
73:20]
Und
dies entspricht den Stilen der arabischen Sprache und Rhetorik und dem
allgemeinen Takt, wobei dies mit der allgemeinen Richtung in den Gesetzgebungen
und Regelb übereinstimmt und dies wird folgendermaßen dargelegt:
1.
Die
Regeln des Koran sind meistens allgemein für Männer und Frauen. Wenn sich
also die Ansprache an die Männer richtet und dann für die Frauen, in jedem
Vers, wiederholt wird, würde das der (arabischen) Rhetorik und Sprachreinheit
widersprechen.
Somit ist es nicht richtig zu sagen: „O die ihr glaubt (an Männer)
und o die ihr glaubt (an Frauen)“, und: „O Söhne Adams und o Töchter
Adams“. Dies sind eine Weitschweifigkeit und ein blasser Stil, mit dem kein
Sprachgewandter redet, geschweige denn vom edlen Koran, der die
sprachgewandteste und rhetorischste Rede ist.
Die Araber, in dessen Sprache der Koran herabgesandt wurde, sind sich
darüber einig, dass die Ansprache, für Männer und Frauen gemeinsam, in der
maskulinen Form, nicht der femininen, gehalten wird.
Der Schaikh und Mufassir Muhammad Al-Amin Asch-Schanqiti, möge
Allah, erhaben sei Er, ihm barmherzig sein, sagte:
„Die Leute der arabischen Sprache sind sich darüber einig, dass die
Männer, in Bezug auf den Plural und ähnlichem, eher angesprochen
werden als die Frauen, so wie es an dieser Stelle bekannt ist.“
Aus „Adwaa Al-Bayaan“ (6/637)
Die Araber taten dies aus dem Grund, da es ihnen leichter fällt in
maskuliner Form zu sprechen, als in femininer, und weil diese in ihrer Sprache
vorgezogen werden.
Sibawaih, möge Allah ihm barmherzig sein, sagte in „Al-Kitab“
(22/1):
„Wisse, dass es ihnen leichter fällt in maskuliner Form zu reden,
als in femininer, da das Maskuline als erstes kommt und noch fest gegründeter
ist. Vielmehr entspringt das Feminine aus dem Maskulinen. Hast du nicht
gesehen, dass das Wort „Schai`“ (Sache, Ding) auf alles eintrifft, worüber
berichtet wurde, bevor man weiß, ob es maskulin oder feminin ist, obwohl
„Schai`“ maskulin ist.“
2.
Dies
entspricht der Glaubenslehre des Islams bzgl. des Ursprungs der Schöpfung
und ihren Beginn; und zwar, dass die Frauen nach den Männern kommen.
Allah, erhaben sei Er, sagt:
„Er schuf euch aus einem einzigen Wesen, hierauf machte Er aus ihm seine
Gattin.“
[Az-Zumar 39:6]
Wenn also die Frauen, in der Schöpfung, nach den Männern
kommen, passt es, dass sie auch in der islamisch-gesetzgebenden Ansprache nach
ihnen kommen.
3.
Dies
passt der Verteilung Allahs, erhaben sei Er, mit den islamisch-gesetzgebenden Beauftragungen
auf die Söhne Adams, wo es zu Seiner tiefen Weisheit und Seiner Prüfung
auf Seinen Dienern gehört, dass Er die allgemeinen Herrschergewalten in
die Hand des Mannes legte, vom allgemeinen Führer bis zum Vormund der
Familie. Er bürdet ihm auch die
Verpflichtung diese Herrschergewalten, in Übereinstimmung mit dem
islamischen Gesetz, zu lenken, auf.
Er wird ihn auch, am Tage der Auferstehung, danach fragen, was er darin
getan hat, und ihn dafür zur Rechenschaft ziehen. Allah, erhaben sei Er, sagte:
„Doch die Männer haben ihnen gegenüber einen gewissen Vorzug. Und
Allah ist Allmächtig und Allweise.“
[Al-Baqara 2:228]
Und Allah, erhaben sei Er, sagte auch: „Die Männer stehen in
Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor
den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie)
ausgeben.“
[An-Nisaa 4:34]
Schaikh ´Abdurrahman As-Sa’di, möge Allah, erhaben sei Er, ihm
barmherzig sein, sagte:
„„Doch die Männer haben ihnen gegenüber einen gewissen Vorzug.“ Das
heißt: ein hoher Rang, eine Führerschaft und mehr Rechte ihr gegenüber,
so wie Er, erhaben sei Er, sagt: „Die Männer stehen in Verantwortung für
die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen
ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben.“
Und
die Stellung der Prophetenschaft, des Richteramts, der kleinen und großen
Führerschaft und aller anderen Herrschergewalten sind für die Männer
bestimmt.“ Aus „Tafsir As-Sa’di“, S. 102.
Normalerweise verbringt die
Frau auch die meiste Zeit ihres Lebens unter der Obhut und Vormundschaft des
Mannes, angefangen mit der Obhut ihres Vaters, dann unter der Vormundschaft
ihres Ehemannes.
Fazit ist, dass die Oberhand
der quranischen Ansprache (an die Männer), der sprachlichen Tradition, in
der arabischen Sprache, auf der der Koran herabgesandt wurde, passt, so wie sie
auch zur universellen und gesetzgebenden Bestimmung Allahs passt.
Siehe auch für den Nutzen:
http://vb.tafsir.net/tafsir28376/#.VcgxIbXQg6M
Und Allah weiß es am
besten.
