Hat Ibn Hajar Al-‚Asqalani es wirklich erlaubt, den Geburtstag des Propheten zu feiern, denn viele Schuyukh bei uns in Algerien führen die Erlaubnis von Al-Asqalani als Beweis an, dass es erlaubt sei diesen Geburtstag zu feiern?

Die Antwort:

Alles Lob gebührt Allah.

Erstens:

Das Feiern des Geburtstags des Propheten
gehört zu den erfundenen Neuerungen (Bida‘). Die ersten,
die dies erfunden haben, waren die fatimidischen-obaiditischen Kalifen, welche
zu den abweichenden und irregegangen Gruppierungen gehörten. Es wurde von
keinem der Altvorderen (As-Salaf) aus den drei bevorzugten Generationen
überliefert, dass sie dies als wünschenswert sahen oder erlaubten.

Siehe die Antwort auf die Fragen Nr.
79317 und
Nr. 128530.

Zweitens:

Die Grundlage in der Gesetzgebung sind der Koran
und die Sunnah und die Gelehrten sind die Erben der Propheten und Träger
der Flagge des Wissens. Und Allah -erhaben ist Er- verlieh den Gelehrten den
Erfolg darin ein tiefes Verständnis in der Religion zu haben. All dies in
einem Maße, den Allah ihm (dem Gelehrten) erleichtert hat. Und nicht
alles, was der Gelehrte sagt, muss unbedingt richtig sein, vielmehr bemüht er
sich und wenn er richtig liegt, dann stehen ihm zwei Löhne zu: Der Lohn
seiner Mühe und der Lohn dafür, dass er richtig liegt. Und wenn er falsch
liegt, dann steht ihm nur der Lohn seiner Mühe zu und sein Fehler wird ihm
verziehen.

Schaikh Ibn Baz -möge Allah ihm barmherzig
sein- sagte:

„Dies ist die Regel in der islamischen
Gesetzgebung im Bezug auf diejenigen, unter den Gelehrten, die sich Mühe geben,
und zwar, dass demjenigen, der sich bemüht nach der Wahrheit zu streben und
sich mit den Beweisen befasst, zwei Löhne zustehen, wenn er richtig liegt,
und nur einer, wenn er falsch liegt, und zwar der Lohn seiner Mühe.“

Aus „Majmu‘ Fatawa Ibn Baz“ (6/89).

Drittens:

As-Suyuti -möge Allah ihm barmherzig sein-
sagte:
„Schaikh Al-Islam, der Hafidh seiner Zeit, Abu Al-Fadhl Ibn Hajar wurde über
das Feiern des Geburtstags (des Propheten) gefragt, woraufhin er folgendes
antwortete:

„Die Grundlage im Bezug auf das Feiern des
Geburtstags (des Propheten) ist, dass es eine Neuerung ist und (es) wurde nie
von einem der rechtschaffenen Altvorderen, aus den drei Generationen,
überliefert. Nichtsdestotrotz beinhaltet es sowohl gute Dinge als auch das
Gegenteil davon. Wer also danach strebt die guten Dinge zu vollbringen und sich
vom Gegenteil dessen fern hält, so ist dies eine gute Neuerung (Bid’a Hasana), und
wenn nicht, dann trifft dies nicht zu.“

Er sagte auch:

„Mir scheint, dass es eine feste Grundlage hat,
welche in den beiden Sahih-Werken steht, und zwar, dass, als der Prophet
-Allahs Segen und Frieden auf ihm- nach Medina kam, sah er, wie die Juden am
Tag von
‚Aschura‘ fasteten. Er fragte sie daraufhin darüber und sie antworteten: „Es
ist der Tag, an dem Allah Pharao ertrinken lies und Musa rettete, so fasten wir
an diesem Tag aus Dankbarkeit zu Allah -erhaben ist Er-.“

Daraus wird entnommen, dass man Allah gegenüber
Dankbarkeit dafür zeigt, dass Er an einem bestimmten Tag Seine Gunst erwies,
indem Er eine Wohltat erwies oder von einem Unheil abhielt, und dies jedes Jahr
zum selben Tag wiederholt wird.

Und Allah Dankbarkeit zu zeigen, kann man mit
verschiedenen gottesdienstlichen Handlungen, wie das Niederwerfen, Fasten,
Spenden und Rezitieren des Korans. Und welche Wohltat ist gewaltiger als das
Hervortreten dieses Propheten, des Propheten der Barmherzigkeit, an diesem Tag?

Demnach sollte man genau nach dem Tag suchen, so
dass dieser mit der Geschichte Musas, am Tag von
‚Aschura,
übereinstimmt. Und wer sich darum nicht kümmert, den interessiert es nicht den
Geburtstag des Propheten an irgendeinem Tag im Monat zu feiern. Doch manche gingen
so weit, dass sie ihn an einem Tag im Jahr übertragen haben …

Dies bezieht sich auf die Grundlage des Feierns.

Was aber die Taten betrifft, die man darin
vollbringt, so soll man sich darin nur auf das beschränken, was man darin
als Dankbarkeit zu Allah -erhaben ist Er- versteht, so wie die Dinge, die
bereits erwähnt wurden, wie das Rezitieren des Korans, das Speisen von
Armen, das Spenden und das Sprechen von prophetischen und asketischen Lobs, die
das Herz dazu bewegen Gutes zu tun und für das Jenseits zu arbeiten.

Was aber dem Hören und Spielereien etc.
folgt, so sollte man sagen, dass an allem, was davon erlaubt (mubah) ist, so
dass es die Fröhlichkeit diesen Tages beinhaltet, kein Problem darin
besteht dabei mitzumachen. Und alles was verboten (haram) oder verpönt
(makruh) ist, so muss dies, und genauso das, was dem Ersten widerspricht,
verboten werden.“

Aus „Al-Hawi Lil Fatawa“
(1/229).

Hier wird gesagt:

Wenn wir über das, was von Al-Hafidh Ibn Hajar
-möge Allah ihm barmherzig sein- überliefert wurde, sprechen, so tun wir
dies in drei Stufen:

1.     

Darin wird erklärt, dass das Feiern des Geburtstags nicht zu den
Taten der rechtschaffenen Altvorderen gehörte, womit es eine Neuerung ist.
Und es ist nicht erlaubt diese Worte, die Ibn Hajar in seiner Fatwa von sich
gab, außer Acht zu lassen.

2.     

Er sagte: „Was aber die Taten betrifft, die man darin vollbringt, so
soll man sich darin nur auf das beschränken, was man darin als Dankbarkeit
zu Allah -erhaben ist Er- versteht, so wie die Dinge, die bereits erwähnt wurden,
wie das Rezitieren des Korans, das Speisen von Armen, das Spenden von
prophetischen und asketischen Lobs, die das Herz dazu bewegen Gutes zu tun und
für das Jenseits zu arbeiten.“
Die Menschen aber heute feiern den Geburtstag des Propheten und andere
erfundene Feierlichkeiten nicht entsprechend dem, was Al-Hafidh in seiner Fatwa
festgelegt hat. Und wer sich über den Zustand der meisten Menschen heute
informiert, der weiß, dass meistens die Dinge, die an diesem Geburtstag
gemacht werden, zu Neuerungen und verwerflichen Dingen gehören. Es werden
sogar ungeheuerliche Sünden und Widersprüchlichkeiten, von denen nur Allah
weiß, gemacht.
Al-Bukhary (869) und Muslim (445) überlieferten von
‚Aischa
-möge Allah mit ihr zufrieden sein-, dass sie sagte: „Wenn der Gesandte
Allahs -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sehen würde, was die Frauen
eingeführt haben, so hätte er ihnen verboten die Moschee zu besuchen, so
wie es den Frauen der Kinder Isra’ils verboten wurde.“
Und wenn dies die Worte der Mutter der Gläubigen in einer unumstrittenen,
erlaubten Sache ist, und sich der Zustand der Menschen dadurch verändert
hat, und sie nun dies sagte, wie ist es dann, wenn diese Sache von Grund auf
erfunden wäre und plötzlich aus diesen Situationen, Neuerungen und verwerflichen
Dingen hereinbrechen, was für jedermann klar zu sehen ist?

Der Kluge und Einsichtige soll hier über das
nachdenken, was Imam Asch-Schatibi -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:
„Wenn der Rechtsfähige (Mukallaf) bei jeder Thematik, die ihm gegenübersteht,
die Erleichterungen aller Rechtsschulen und jede Meinung, die seiner Gelüste
entsprechen, folgt, so löst er sich von der Schlinge der Gottesfurcht, setzt
fort (und macht weiter) den Gelüsten zu folgen, bricht das, was der Gesetzgeber
(Allah) beschlossen hat und schiebt das hinaus, was Er vorangestellt (und
vorgezogen) hat.“

Aus „Al-Muwafaqat“ (3/123).

Siehe für mehr Nutzen die Antwort auf die Fragen
Nr. 107645 und Nr. 128171.

Und Allah weiß es am besten.