Ist es richtig, dass wir glauben müssen, dass Allah unabhängig von Ort und Zeit existiert? Denn ich habe, oh Schaikh, diese Frage in einer Internetseite gelesen und dann nach einer Antwort gesucht. Jedoch habe ich keine Antwort gefunden, bis auf die Widerlegung von Al-Albani -möge Allah ihm barmherzig sein-, in der er die Ahbasch widerlegt, die die Eigenschaft der Hoheit Allahs verwerfen. Ich jedoch, und alles Lob gebührt Allah, bekenne, dass sich Allah über Seinen Thron erhoben hat. Von der Aussage jedoch, dass Allah von Ort und Zeit unabhängig sei, habe ich nicht verstanden, was damit gemeint ist. Und was ist meine Pflicht als Muslima? Denn der Satan beginnt mir in meine ‘Aqida einzuflüstern und dass ich ungläubig geworden wäre – Ich suche Zuflucht bei Allah -. Ich habe Angst vor Allahs Strafe und befürchte mich zu einer falschen Sache zu bekennen.

Alles Lob
gebührt Allah

Erstens:

Zu sagen,
dass Allah -erhaben sei Er- unabhängig von Ort und Zeit sei, ist eine
Aussage, die aus zwei Gründen, nicht richtig ist:

1. Es ist
eine Aussage, die weder von der Sunnah überliefert wurde, noch in den
Aussagen der Altvorderen bekannt war.

2. Es ist
eine Aussage, die eine schlechte Bedeutung vortäuscht. Die meisten, die
diese Aussage festlegen und benutzen, wollen damit die Hoheit Allahs
-erhaben sei Er- über Seine Schöpfung und Seine Erhabenheit über Seinem
Thron, über Seinem Himmel, verneinen.

Es besteht
kein Zweifel, dass die Verneinung der Hoheit Allahs über Seine Schöpfung ein
falscher Glaube ist. Es ist das gewaltigste, worin die Jahmiya (der Ahl
As-Sunnah) widersprechen. Die Altvorderen (Salaf as-Salih) jedoch
widerlegten diese Irreleitung und legten fest, dass der Glaube daran
Unglaube gegenüber dem Herrn der Welten sei, was den islamischen
Überlieferungstexten, die durch mehrere Ketten überliefert wurden, und dem
Konsens der Altvorderen widersprechen. Es widerspricht auch das, was zur
Notwendigkeit des Verstandes gehört und notwendig für eine gesunde
Veranlagung ist.

Zweitens:

Obwohl
meistens gesagt wird, dass die Bedeutung dieses Ausdrucks falsch sei, gibt
es kein Hindernis dagegen, denjenigen, der diese sagt, nach dem zu fragen,
was damit gemeint sei, damit wir ihm die richtige islamische Bedeutung, oder
die abzuweisende Intention der Neuerung darlegen, aber mit der Anmerkung,
dass es verboten ist solcherlei vortäuschenden Aussagen, in Bezug auf Allahs
-erhaben sei Er- Recht, auszusprechen.

Wenn nun
jemand sagt: „Wir sprechen Allah frei von Ort“, dann fragen wir ihn: „Was
meinst du damit?“

Wenn er
sagt: „Ich meine damit, dass nichts von Seinen Geschöpfen Allah -erhaben sei
Er- umfassen kann.“

Dann sagen
wir ihm: „Das ist eine richtige Bedeutung, in der wir mit dir
übereinstimmen. Denn, wie kann Allah, Der Erste, Der Letzte, Der Hohe und
der Allumfassende, irgendwas von Seiner Schöpfung umfassen? Vielmehr ist der
Herr -erhaben sei Er- gewaltiger und größer als jedes Geschöpf, Dessen Thron
die Himmel und die Erde umfasst.

Al-Bukhary
(4812) und Muslim (2787) überlieferten von Abu Huraira -möge Allah mit ihm
zufrieden sein-, dass er den Gesandten Allahs -Allahs Segen und Frieden auf
ihm- sagen hörte: „Allah packt die Erde und faltet die Himmel mit Seiner
Rechten zusammen, hierauf sagt Er: „Ich bin der König! Wo sind die Könige
der Erde?“

Doch wenn
er sagt: „Ich weiß das, aber ich meine mit dem Ort das, was hinter der Welt
an Hoheit ist.“ Somit verneint er die Hoheit Allahs -erhaben sei Er- über
Seine Schöpfung.

Ihm wird
geantwortet: „Dann ist das eine falsche und schlechte Bedeutung, die dem
klaren Verstand und der authentischen Überlieferung widerspricht.“

Schaikh Ibn
‘Uthaimin -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:

„Wenn er
mit der Verneinung des Ortes den Ort meint, der von Allah -der Mächtige und
Gewaltige- umfasst wird, dann ist diese Verneinung richtig. Denn Allah
-erhaben sei Er- wird von keinem Seiner Schöpfung umfasst werden können. Und
Er ist zu gewaltig und mächtig, als dass Ihn etwas umfassen könnte. Wie denn
auch, „wo die ganze Erde am Tag der Auferstehung in Seiner Hand gehalten
wird und (auch) die Himmel in Seiner Rechten zusammengefaltet sein werden“?

Doch wenn
er mit der Verneinung des Ortes meint, Allah -erhaben sei Er- von der Hoheit
zu verneinen, dann ist diese Verneinung nicht richtig. Vielmehr ist sie
falsch, entsprechend der Beweislage des Korans und der Sunnah, dem Konsens
der Altvorderen, dem Verstand und der natürlichen Veranlagung.

Vom
Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm- wurde bereits bestätigt, dass
er die Sklavin fragte: „Wo ist Allahs?“ sie antwortete: „Über dem Himmel (fi
As-Samaa`)!“ Er sagte dann ihrem Besitzer: „Lass sie frei, denn sie ist eine
Gläubige.“

Überliefert
von Muslim (537).

Und jeder,
der zu Allah -der Mächtige und Gewaltige- Bittgebete spricht, wendet sein
Herz nur nach oben. Dies ist die natürliche Veranlagung, auf der Allah die
Schöpfung veranlagt hat. Niemand wendet sich von ihr ab, bis auf denjenigen,
der von den Satanen in die Irre geführt wurde. Du wirst niemanden finden,
der zu Allah -der Mächtige und Gewaltige- Bittgebete spricht, eine gesunde
Veranlagung hat, und dann sein Herz nach rechts, links oder nach unten, oder
in keine Richtung, wendet. Vielmehr wendet er sein Herz nur nach oben.“

Aus „Majmu’
Fatawa wa Rasaa`il Ibn ‘Uthaimin.“ (196/1-197).

Und wenn er
mit seiner Aussage meint, dass Allah überall sei, so dass Ihn kein Ort
umfasst, so ist dies auch eine falsche Aussage. Sie ist sogar die falscheste
Aussage.

Die
Gelehrten des Komitees sagten:
„Wer sagt, dass Allah Selbst und mit Seinem Wesen überall sei, der ist ein
Hululi (jemand der glaubt, dass Allah überall sei), liegt falsch und ist ein
Ungläubiger. Und wer sagt, dass Allah mit Seinem Wissen – nicht Seinem Wesen
– überall sei, der liegt richtig.“

Aus „Fatawa Al-Lajna
Ad-Daa`ima – Al-Majmu’a Al-Ula“ (2/38).

Ibn
Al-Qayyim -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte in seinem „Nuuniya“-Werk
(295):

„Der Herr
ist über dem Thron und dem Thronschemel, keine * Gedanken des Menschen
bleiben Ihm verborgen.

Beschränkt
Ihn nicht auf einen Ort, wenn ihr sagt: * „Unser Herr ist wahrlich überall!“

Mit eurer
Unwissenheit habt ihr Ihn von Seinem Thron entfernt * und Ihn auf einem
zweiten Ort beschränkt.

Ermangelt
Ihn nicht durch euer Wort, das weder in * uns, noch außerhalb Existenzen
geht.“

Siehe die
Antwort auf die Frage Nr. 11035 und die Frage Nr.
124469.

Drittens:

Genauso
verhält es sich, wenn man sagt, dass Allah -erhaben sei Er- unabhängig von
der Zeit sei. Denn dies war auch in den Aussagen der Altvorderen unbekannt.
Man muss bei demjenigen, der dies sagt, anfragen, was er damit meint.

Wenn er
sagt: „Ich meine, dass Allah -erhaben sei Er- vor und nach jeder Sache ist“,
antworten wir, dass dies eine richtige Bedeutung sei, in der wir mit ihm
übereinstimmen.

Zu seinen
-Allahs Segen und Frieden auf ihm- Bittgebeten gehörte auch das, was Muslim
(2713) überlieferte:

„Allahumma
Anta Al-Awwalu fa laisa Qablaka Schai` wa Anta Al-Akhiru fa laisa ba’daka
Schai` wa Anta Adh-Dhahiru fa laisa Fauqaka Schai` wa Anta Al-Batinu fa
laisa Dunaka Schai` …“

(Oh Allah,
Du bist der Erste, so gibt es nichts vor Dir! Und du bist der Letzte, so
gibt es nichts nach Dir! Du bist der Hohe, so ist nichts über Dir! Du bist
der Allumfassende, so gibt es nichts unter Dir (und nichts steht zwischen
Dir und Deinem Allwissen über deine Schöpfung) …)

Schaikh Ibn
Baz -möge Allah ihm barmherzig sein- sagte:

„Der Erste
und der Hohe ist Allah allein -gepriesen sei Er-. Er ist Derjenige, Der vor
allem und nach allem ist -gepriesen und erhaben sei Er-. Und Er ist der Hohe
über Seine gesamte Schöpfung und Derjenige, Der nach ihnen bleiben wird.“

Aus „Majmu‘
Fatawa Ibn Baz“ (7/292).

Und wenn er
sagt: „Ich meine damit die Verneinung der Eigenschaften des Herrn, die mit
der Zeit zusammenhängen.“ Dies wird als seine „verbalen Eigenschaften“
(Sifaat Al-Fi’liya) oder „Seine freiwilligen Taten“ (Af’aaluhu
Al-Ikhtiyaariya) bezeichnet, wie das Erheben (Istiwaa`), das Hinabsteigen,
das Lachen, die Zufriedenheit, der Zorn und allem anderen, was mit Seinem
Willen -gepriesen sei Er- verbunden ist. So tut Er dies, wann Er will und
wenn Er will, und er tut dies nicht, wann Er will und wenn Er will. Demnach
verneint er dieses Kapitel und behauptet, dass Allah frei von der Zeit sei.

Wir sagen
ihm: „Dies ist eine falsche und schlechte Bedeutung, der wir nicht
zustimmen, aufgrund des Konsens der Ahl As-Sunnah über die Bestätigung der
Eigenschaft, dass der Herr -erhaben sei Er- im letzten Drittel der Nacht
hinabsteigt – wie es in den Überlieferungstexten bestätigt wurde – auf die
Art, die Ihm -gepriesen sei Er- gebührt.“ Sie vertrieben diese Grundlage in
allem, was an überlieferten Eigenschaften, in der gesamten Kategorie,
ähnelt.

Deine
Pflicht, muslimische Schwester, ist, dass du die Tür der Einflüsterungen und
Scheinargumenten gegen dich selbst nicht öffnen sollst. Und solange Allah
dir den richtigen Glauben geschenkt hat, sollst du auf die Bücher der Ahl
As-Sunnah und ihren bekannten Gelehrten, von früher und heute, schauen, in
ihnen suchen und von ihnen lernen. Wie die Bücher von Schaikh Al-Islam Ibn
Taymiyya, Ibn Al-Qayyim, die Bücher von Schaikh Al-Islam Muhammad Ibn ‘Abdil
Wahhab und den Gelehrten der Da’wa, wie Schaikh Ibn Baz und Schaikh Ibn
‘Uthaimin. Wir raten dir auch dich der Reihe „Al-‘Aqida fi Dau` Al-Kitab
As-Sunnah“ von Schaikh ‘Umar Sulaiman Al-Aschqar -möge Allah ihm barmherzig
sein- zu bedienen.

Mit der
Zufluchtssuche bei Allah vor dem verfluchten Satan, der Bitte Allahs von ihm
geschützt zu sein, der Standhaftigkeit auf der Religion und der Ideologie
der Ahl As-Sunnah wa Al-Jama’a und der Furcht vor Allah, im Verborgenen und
Offenkundigen, wird der Satan nicht über dich, mit seinen Einflüsterungen
und Zweifeln, herrschen, durch die Barmherzigkeit Allahs.

Siehe für
den Nutzen die Antwort auf die Frage Nr. 12315 und
die Frage Nr. 39684.

Und Allah
weiß es am besten.