Ich möchte eine Frage bezüglich des Kreuzes stellen, was seine Formen sind? Zählen die Multiplikations- (x) und Additionszeichen (+) den Formen des Kreuzes? (Ich frage), weil es uns und vielen anderen Geschwistern unklar ist, und ich keine Antwort darauf gefunden habe.
Die Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.
Erstens:
Das Herstellen von Kreuzen, ihr Kauf oder ihre
Darstellung auf der Kleidung oder Wänden und Ähnliches gehört zu
den verbotenen Dingen, welche der Muslim nicht begehen darf. Weder darf er sie
selbst herstellen, noch dabei helfen. Vielmehr hat er Allah, erhaben sei Er, zu
fürchten und sich vor den Symbolen des Unglaubens, welche die Christen ihrer
Religion angedichtet haben, zu hüten.
Schaikh Al-Islam Ibn Taymiyya, möge Allah
ihm barmherzig sein, sagte:
„Das Kreuz darf weder gegen Bezahlung, oder auch ohne Bezahlung, hergestellt
werden, noch darf es verkauft werden. Genauso wie weder der Verkauf von
Götzen (Figuren), noch ihre Herstellung erlaubt sind, so wie es in dem
Sahih-Werk (von Al-Bukhari) authentisch überliefert wurde, dass der Prophet,
Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:
„Gewiss hat Allah den Verkauf von Alkohol,
Verendetem, Schweinen und Götzenstatuen verboten.“
[Ende des Zitats aus „Majmuu‘ Al-Fatawa“ (22/141. Sie auch „Al-Mausu’a
Al-Fiqhiyya“ (12/84-88))
Zweitens:
Das Kreuz gibt es in vielen Formen und Arten, welche sich abhängig von der
Zeit, dem Ort oder der christlichen Gruppierung entwickelt haben. So hat es
unterschiedliche Erscheinungsformen angenommen, welche du dir unter diesem Link
ansehen kannst:
http://en.wikipedia.org/wiki/Cross
Das, was sich für uns in Bezug auf das Urteil des
Zeichnens oder Aufhängens dieser Formen und Arten der Kreuze herausstellt
ist folgendes:
1. Wenn es wirklich als Kreuz dargestellt wurde,
so ist dem Muslim nicht erlaubt es zu tragen, anzuziehen, zu kaufen, zu
verkaufen oder zu malen. Dieses, da der Grund für das Verbot des Malens
(Darstellens) und Tragen des Kreuzes, es ist, sich von der Nachahmung der
Christen und der Wertschätzung ihrer nichtigen religiösen Symbole
fernzuhalten. Dieser Grund umfasst jeder Form des Kreuzes, welches christlichen
Gruppierungen bekannt ist, falls es als Kreuz zur Ehrung (Wertschätzung) oder
als Symbol dessen, was sie wollen, genommen wurde.
2. Wenn es als bestimmte Dekoration gemalt wurde,
oder falls einige Hausgegenstände oder Utensilien hergestellt wurden und
sich darauf eine der erwähnten Kreuzformen wiederfindet, so muss dann
geschaut werden:
A.) Es ist dem Betrachter auf den ersten Blick klar ist, dass es die
Darstellung des bekannten Kreuzes ist, welches heutzutage in den meisten
Kirchen und bei den meisten Christen vorzufinden ist. Es besteht aus einer
vertikalen und horizontalen Linie, wobei die die horizontale Linie die
vertikale schneidet, so dass das obere Teil der vertikalen Linie kürzer ist als
der untere Teil. Das ist seit seiner Erfindung seitens der Christen, die
berühmteste Form des Kreuzes. Es wurde von dem Pfahl abgeleitet, an den jemand
gekreuzigt wurde, um ihn zu töten. Wenn es für den Betrachter, vom ersten
Augenblick an, offensichtlich ist, dass die Angelegenheit so ist, dann ist es
verpflichtend dieses zu brechen und zu entfernen oder es soweit
abzuändern, dass es nicht mehr die Form eines Kreuzes hat. Der Prophet,
Allahs Segen und Frieden auf ihm, ließ gewöhnlich nichts in seinem
Haus, was die Form eines Kreuzes hat, außer dass er es abgeändert
(gebrochen) hat.“
B.) Wenn es jedoch offensichtlich nicht die Form eines Kreuzes hat, sondern
unbeabsichtigt durch das Design entstanden ist, oder wenn Statiker entschieden
hat, dass die sich kreuzenden Linien eines Baus mehr Flexibilität haben,
oder wenn es als mathematisches Symbol genutzt wird, wie beispielsweise das Additions-
bzw. Multiplikationszeichen, so ist es in diesem Fall nicht erforderlich es
abzuändern oder zu entfernen. Es gibt auch nichts dagegen einzuwenden, es
herzustellen oder etwas zu verkaufen, das es beinhaltet. Dieses, da der Grund nicht
mehr vorhanden ist, und dieser wäre die Nachahmung der Nichtmuslime
(Kuffar) und die Ehrerweisung (Wertschätzung) derer Symbole. Das Kreuz in
diesem Fall klein ist, nicht bemerkbar, und wird nicht beachtet.
Schaikh Ibn ‚Uthaimin, möge Allah ihm
barmherzig sein, sagte:
„Erstens: Wir müssen unbedingt wissen, dass dieses ein Kreuz ist, da einige
Dinge, von welchen die Menschen annehmen, dass es ein Kreuz darstellen, eben
nicht so sind.
Zweitens: Wir müssen wissen, dass es auch beabsichtigt wurde als Kreuz zu
fungieren, und nicht weil es als Design auf der Kleidung angebracht wurde, da
die Christen das Kreuz verehren und es nicht möglich ist, dass es einfach
so als dekoratives Detail auf der Kleidung angebracht wurde. Vielmehr würden
sie es an eine respektvolle Stelle setzen.
Daher ist es wichtig diese zwei Angelegenheiten anzuführen. Wenn es sich herausgestellt hat, dass es wirklich
ein Kreuz ist, so ist es unsere Pflicht oder zumindest eine Sunnah-Handlung
dieses zu zerreißen und diese Art der Kleidung, auf der sich Kreuze befinden,
zu meiden. Und wenn wir diese boykottiert haben und die Händler davon
nicht mehr profitieren, so werden sie sie auch boykottieren.
Genauso ist es mit dem sechszackigen Stern, von
dem gesagt wird, dass es ein Symbol der Juden ist. Sein Urteil ist das gleiche,
wie in Bezug auf das Kreuz, selbst wenn die Juden es nicht ein Teil des
Gottesdienstes (‚Ibadah) ansehen, doch ist es etwas, was speziell für sie ist.
Wir haben darüber (über das Kreuz) Christen
gefragt, welche den Islam angenommen haben, so sagten sie: „Es ist das bekannte
Kreuz. Es besteht aus zwei Linien. Die eine davon ist horizontal und die andere
vertikal, wobei die vertikale Linie länger ist als die horizontale.
Wir haben sie sogar über die sogenannte Kreuz-Uhr
befragt. Sie sagten, dass damit nicht das Kreuz beabsichtigt ist, sondern ist
es nur ein Markenzeichen. Dieses, da die Christen über deren Kreuz sagen: Es
ist eine vertikale Linie, dann eine horizontale Linie. Der eine Teil der
vertikalen Linie ist länger als der andere, da dieses auch der
Realität entspricht. Wenn ein Mensch gekreuzigt werden soll, so wird er an
einen horizontalen Pfahl gelegt, damit seine Hände gefesselt werden
können. Ist es möglich, dass der Holzpfahl, an dem seine Händler
gefesselt sind sich unterhalb der Hälfte des vertikalen Pfahls befindet?
Nein!“
Vielmehr wird er im oberen Teil sein. Aus diesem Grund zweifeln wir an diesen
(Kreuzdarstellungen), welche vor zwei Jahren, in verschiedenen Formen,
verbreitet wurden und sagen: Dieses sind Kreuze!
Dann noch folgende Sache: Ist etwa das Additionszeichen (+) auch ein Kreuz? Es
ist kein Kreuz.
Ebenso ist es mit den früheren Wassereimern, mit
welchen das Wasser aus dem Brunnen gezogen wurde. An ihrem oberen Teil war
etwas, das „Al-‚Arqat“ genannt wurde. Eine Konstruktion aus zwei Holzbrettern,
bei der das eine Brett horizontal und das andere vertikal gesetzt wurde. Sachen
wie diese sind keine Kreuze.
Eine Sache gilt (nur) dann als Kreuz, wenn es
auch als solches beabsichtigt wurde.“
[Ende des Zitats aus „Majmu’u Al-Fatawa wa Rasa’l Ibn ‚Uthaimin“ Band
18/114,115, Antwort auf die Frage Nr. 74]
Er, möge Allah ihm barmherzig sein, wurde in „Liqa’at Al-Bab Al-Maftuha“
(21/7) gefragt:
„Wir sind an einem Gebäude in einem unserer Länder vorbeigegangen,
welches aus zehn Stockwerken besteht, und bei welchem alle Fenster die Form von
Kreuzen gebaut wurden. Und sie sehen genauso aus, wie die, welche die Leute im
Westen für ihre Häuser konzipieren.“
Er antwortete:
O, mein Bruder, bei Allah, dieses erfordert eine Besichtigung des Hochhauses.
Nicht alles was die Form eines Kreuzes hat, ist auch ein Kreuz, denn sonst
würden wir sagen, dass das Additionszeichen verboten (Haram), oder dass die
Konstruktion, welche die Leute im Westen zur Bewässerung ihrer Äcker
verwenden, verboten, da es bekanntlich zwei gekreuzte Holzbretter hat.
Das Kreuz hat seine besondere (bestimmte) Form, und es hat auch seine
Zusammenhänge bzw. Indizien, welche darauf deuten, dass es (wirklich) ein
Kreuz ist. Demnach ist eine Besichtigung der Bauten erforderlich.“
[Ende des Zitats, mit leichter Anpassung]
Siehe die Antwort auf die Frage Nr. (101399)
Und Allah weiß es am besten.
