Ich bin ein verheirateter Mann und meine Ehefrau gehorcht mir nicht, respektiert mich nicht und erhebt ihre Stimme gegen mich. Wenn ich es ihr nicht gestatte ihre Familie zu besuchen, aufgrund meiner Vereinnahmung durch das Tarawih-Gebet oder die Arbeit, so setzt sie Himmel und Erde in Bewegung und regt sich wegen Kleinigkeiten auf und dabei wird sie noch seitens ihrer Familie dazu ermuntert, unter dem Vorwand, dass ich kompliziert (schwierig) wäre, weil ich von ihr eingefordert habe den Hijab zu tragen und es ihr verbiete freizügig und parfümiert hinauszugehen, sowie andere verbotene Dinge. Und wenn ich sie meide oder wütend werde, so beklagt sie sich bei ihrer Familie, welche noch mehr Öl ins Feuer gießen. Sie geht immer wieder zu ihnen und übernachtet dort ohne mein Einverständnis, unter dem Vorwand, dass sie wütend sei… Soll ich sie nun scheiden lassen oder behalten und geduldig sein? Und werde ich für meine Geduld belohnt oder wird es sich von Geduld zur Erniedrigung und Verletzung der Würde entwickeln? Und ist die Scheidung in so einer Situation empfehlenswert oder verpflichtend? Ich bitte um Aufklärung.

Die Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.

Erstens:
Beide Ehepartner sind dazu verpflichtet miteinander in geziemender (guter)
Weise umzugehen, so wie es der Erhabene sagte:
„Verkehrt in Billigkeit mit ihnen; und wenn ihr Abscheu gegen sie empfindet,
empfindet ihr vielleicht Abscheu gegen etwas, in das Allah reiches Gut gelegt
hat.“ [An-Nisa 4:19]
Und Er sagte:
„Und den (Frauen) stehen die gleichen Rechte zu wie sie (die Männer) zur
gütigen Ausübung über sie haben. Doch die Männer stehen eine Stufe über
ihnen. Und Allah ist Allmächtig, Allweise.“ [Al-Baqara 2:228]

Insbesondere der Ehefrau obliegt es ihm zu
gehorchen und seinen Anordnungen Folge zu leisten und dass sie das Haus nicht
ohne seine Erlaubnis verlässt. Und sie soll wissen, dass das Recht ihres
Ehemanns gegenüber ihr gewaltig ist und dass die Gehorsamkeit ihm gegenüber
Vorrang hat vor der Gehorsamkeit ihrem Vater und ihrer Mutter gegenüber.
Der Prophet -Allahs Segen und Frieden auf ihm- sagte:
„Wenn ich jemandem befehlen würde, dass er sich vor (für) jemanden niederwirft
(Sajda macht), so hätte ich es den Frauen anbefohlen, dass sie sich vor
ihre Männer niederwerfen, aufgrund des Anrechts, welches Allah ihnen (den
Männern) gegenüber ihnen (den Frauen) gegeben hat.“
[Überliefert von Abu Dawud und von Schaikh Al-Albani in „Sahih Abi Dawud“
als authentisch (Sahih) eingestuft]
Von Muˈadh Ibn Jabal -möge Allah mit ihm zufrieden sein- wurde
überliefert, dass er sagte: „Der Gesandte Allahs -Allahs Segen und Frieden auf
ihm- sagte:

„Wenn ich jemandem befehlen würde sich für jemand
(anderen) niederzuwerfen (Sajda zu machen), so würde ich es der Frau befehlen,
dass sie sich ihrem Ehemann niederwirft, aufgrund seines gewaltigen Anrechts.
Und eine Frau wird die Süße des Glaubens (Iman) nicht kosten, solange sie
ihrem Ehemann nicht seine Rechte einräumt, selbst wenn es ihm nach ihr
verlangt und sie dabei wäre ihr Kind zu gebären (Wörtl. „sich
auf dem Qatab befinden würde)“

Al-Haithami sagte:

Er wurde ausführlich von Al-Bazzar überliefert
und von Ahmad in abgekürzter Form. Seine Überlieferer sind die
Überlieferer der authentischen Werke. Majma‘ Az-Zawaid (4/309)
„Al-Qatab“ ist das, was auf ein Kamel unter dem Reiter gesetzt wird.
[Anm. des Übersetzers:  Die
Araberinnen in der vorislamischen Zeit pflegten es sich zum Ende ihrer Schwangerschaft
auf den Qatab (Sattel des Kamels) zu setzen, weil es ihnen die Geburt
erleichtern würde. Dieser Zustand wäre hier im übertragenen Sinne damit
gemeint]

Der Prophet Allahs -Allahs Segen und Frieden auf
ihm- sagte:

„Wenn die Frau ihre Fünf (Gebete) gebetet, ihren
Monat (Ramadan) gefastet, ihre Scham bewahrt und ihrem Ehemann gehorcht hat,
wird zu ihr gesagt: „Betrete das Paradies durch welches der Paradiestore du
möchtest!“
[Überliefert von Ibn Hibban und von Schaikh Al-Albani in „Sahih
Al-Jamiiˈ“ (Nr. 660) als authentisch (Sahih) eingestuft]

Damit hat der Prophet -Allahs Segen und Frieden
auf ihm- den Gehorsam dem Ehemann gegenüber mit der Verrichtung des Gebets, dem
Fasten und mit der Bewahrung der Scham vereinigt. Dieses ist ein Beleg dafür,
wie gewaltig die Stellung des Gehorsams der Ehefrau gegenüber ihrem Ehemann
ist.

Das Aufstellen der Bedingung, dass eine Frau
nicht ohne die Erlaubnis ihres Ehemanns hinausgehen darf, wird durch das belegt,
was in den zwei Sahih-Werken überliefert wurde, in der Geschichte über die Verleumdung
von ˈAischa, und ihrer Aussage -möge Allah mit ihr zufrieden sein-
zum Propheten -Allahs Segen und Frieden auf ihm: „Erlaubst du mir zu meinen
Eltern zu gehen?“
[Überliefert von Al-Bukhary (4141) und Muslim (2770)]

Al-ˈIraqi sagte in „Tarh At-Tathrib“ (8/58):

„Ihre Aussage (Erlaubst du mir zu meinen Eltern
zu gehen?) beinhaltet, dass die Ehefrau nicht ohne die Erlaubnis ihres Ehemanns
zum Hause ihrer Eltern gehen darf.“ [Ende des Zitats]
Zweitens:
Wenn die Ehefrau ihrem Ehemann ungehorsam ist, ihn nicht respektiert und ihre
Stimme gegen ihn erhebt, so ist sie eine Sünderin gegenüber ihrem Herrn und
widerspenstig gegenüber der Rechte ihres Ehemanns. Allah hat auf die Behandlung
dieser Widerspenstigkeit in Seiner Aussage hingewiesen, als Er sagte:
„Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen
vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen
hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die
(ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. Und jene, deren
Widerspenstigkeit ihr befürchtet: ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und
schlagt sie! Wenn sie euch dann gehorchen, so sucht gegen sie keine Ausrede.
Wahrlich, Allah ist Erhaben und Groß. Und wenn ihr einen Bruch zwischen
beiden befürchtet, dann sendet einen Schiedsrichter von seiner Familie und
einen Schiedsrichter von ihrer Familie. Wollen sie sich aussöhnen, so wird
Allah Frieden zwischen ihnen stiften. Wahrlich, Allah ist Allwissend,
Allkundig.“
[An-Nisa 4:34,35]

An dir ist es jetzt damit zu beginnen sie zu
ermahnen, zu beratschlagen und ihr ihren Fehler zu erklären. Und wenn du
dabei jemand zur Rate ziehst, der dieses erläutert, sei es eine
rechtschaffene Frau oder eine Vermittlerin, Schlichterin und dergleichen, so
ist es gut.
Und falls die Ermahnung nicht fruchtet, so ist das Nächste die Meidung (im
Ehebett), dann ein schmerzloser Schlag, und danach die Zuhilfenahme einer
rechtschaffenen Person von deiner und ihrer Familie, um zwischen euch zu richten.
Drittens:
Wenn die Ehefrau auf ihrer Widerspenstigkeit beharrt, so ist das Urteil
bezüglich der Scheidung oder des Beibehaltens von dem Nutzen und Schaden
abhängig, welches daraus resultiert und unterscheidet sich aufgrund der
Situation des Ehemanns und der Situation der Kinder, falls vorhanden. An dem
Mann ist es, dass es gründlich hierüber nachdenkt und dass er sich mit
rechtschaffenen und vernünftigen Leuten bespricht (beratschlagt), jemand, der
seine Situation sehr gut kennt, um ihm zu helfen sich für das zu entscheiden,
was ihm einen Nutzen bringt.
Viertens:
Falls du dich dafür entscheiden solltest deine Ehefrau zu behalten und du
geduldig mit ihr bist, so wirst du dafür belohnt -so Allah will. Allah -erhaben
sei Er- sagte:
„und wenn ihr Abscheu gegen sie empfindet, empfindet ihr vielleicht Abscheu
gegen etwas, in das Allah reiches Gut gelegt hat.“ [An-Nisa 4:19]
Und Er -erhaben sei Er- sagte:
„Sprich: „Oh meine Diener, die ihr gläubig seid, fürchtet euren
Herrn. Für diejenigen, die in dieser Welt Gutes tun, ist Gutes (bestimmt). Und
Allahs Erde ist weit. Wahrlich, den Geduldigen wird ihr Lohn (von Allah) ohne
zu rechnen gewährt werden.“ [Az-Zumar 39:10]
Und Er sagte:
„So harre denn aus (hab Geduld); denn der Ausgang entscheidet zugunsten der
Gottesfürchtigen.“ [Hud 10:49]
Und Er sagte:
„Wahrlich, wer rechtschaffen und geduldig ist – nimmermehr lässt Allah den
Lohn derer, die Gutes tun, verlorengehen.“ [Yusuf 12:90]

Du musst jedoch wissen, dass die Geduld, das
Zurückhalten von Groll und Vergebung (Hinwegsehen) des Schlechten nicht
Erniedrigung und Schwäche bedeuten. Der Unterschied zwischen diesen beiden
Zuständen ist vielen Menschen nicht unbekannt. Deine Frau muss zu sehen
bekommen, dass der Ehemann dazu in der Lage ist, sie scheiden zu lassen, dass
er nicht von ihr abhängig ist, und nicht Schlechtes mit Schlechtem
erwidern wird, nach dem Lohn Allahs trachtend.
Sein Schweigen ist dabei nicht das Schweigen eines Unfähigen, das Behalten
seiner Ehefrau ist nicht das Behalten eines Schwachen. Dieses (Verhalten) muss
von dem Gebieten der Furcht vor Allah -erhaben sei Er- begleitet werden, sowie
der Warnung vor dem Befolgen der Schritte Satans, welcher eifrig bestrebt
darauf ist zu spalten und Unheil anzurichten. Daher soll der Ehemann zu seiner
Ehefrau sagen: „Fürchte Allah -erhaben sei Er- und sei keine Unterstützerin des
Satans gegen mich. Vielleicht hat mich meine Sanftmut verlassen, so erwiderte
ich dein schlechtes Benehmen mit Gleichem und womöglich hast du ohne meine
Erlaubnis das Haus verlassen, was mich dazu veranlasst hat dich gänzlich
zu meiden.“ Diese und andere Worte sollte man benutzen, damit die Ehefrau
erkennt, dass man dazu bereit und in der Lage ist das durchzuführen, was er
auch sagt, wenn er nicht besorgt um seine Ehefrau, Haus und Familie wäre.
Wir raten dir Allah zu bitten, deine Ehefrau rechtzuleiten und ihre Situation
zu verbessern.
Von Allah -erhaben sei Er- erbitten wir für euch Erfolg, Integrität und
Besonnenheit.

Und Allah weiß es am besten.