Ist es besser, dass ich nach Sonnenuntergang das Fasten breche oder soll ich warten, bis das Licht vom Himmel verschwindet?
Die Antwort:
Alles Lob gebührt Allah.
Die Sunnah ist, dass man das
Fasten schnell bricht. Das bedeutet, dass man direkt nach Sonnenuntergang dies
tut. Dies hinauszuzögern, bis die Sterne zu sehen sind, gehört
vielmehr zu den Taten der Juden, und die Rafida (Schiiten) folgen ihnen darin.
Deshalb soll man dies nicht absichtlich hinauszögern, so dass der Fastende
sehr weit in den Abend kommt. Auch soll er dies nicht bis zum Ende des
Gebetsrufs in die Länge ziehen. All dies gehört nicht zur Leitung des
Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm.
Von Sahl ibn Sa’d wurde
überliefert, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf ihm, sagte:
„Die Menschen werden sich so
lange im Guten befinden, solange sie sich zum Fastenbrechen beeilen.“
Überliefert von al-Bukhari
(1856) und Muslim (1098).
An-Nawawi sagte:
„Daraus entnimmt man den
Ansporn sich für das Fastenbrechen zu beeilen, nachdem man sich vergewissert
hat, dass die Sonne untergegangen ist. Demnach bedeutet es: „Die Angelegenheit
der islamischen Nation (Ummah) wird solange (wohl)geordnet sein, während
sie sich im Guten befinden, solange sie diese Sunnah bewahren, und wenn sie
dies hinauszögern (in die Länge ziehen), wird dies zu einem Zeichen
eines Unheils, in das sie fallen.“
Aus „Scharh Muslim“ (7/208)
Von ibn Abi Aufa, möge
Allah mit ihm zufrieden sein, wurde überliefert, dass er sagte: „Ich war mit
dem Propheten, Allahs Segen und Frieden auf ihm, auf einer Reise, auf der er
fastete bis er in den Abend kam. Daraufhin sagte er einem Mann: „Steig ab und
bereite mir die Speise vor.“ Er sagte: „Wenn du warten würdest, bis du in den
Abend kommst.“ Er antwortete: „Steig ab und bereite mir die Speise vor. Wenn du
siehst, wie die Nacht von dort kommt, hat der Fastende sein Fasten gebrochen.“
Überliefert von al-Bukhari
(1857) und Muslim (1101)
Von Abu ´Atiya wurde
überliefert, dass er sagte: „Masruq und ich traten bei ´Aischa ein und wir
fragten: „O Mutter der Gläubigen, zwei Männer von den Gefährten
Muhammads, Allahs Segen und Frieden auf ihm, einer von ihnen beeilt sich zum
Fastenbrechen und zum Gebet, der andere aber zögert das Fastenbrechen und
das Gebet hinaus.“ Sie fragte: „Welcher von ihnen beeilt sich zum Fastenbrechen
und zum Gebet?“ Wir antworteten: „´Abdullah!“ (Gemeint ist ibn Mas’ud) Sie
sagte: „Genauso pflegte es der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Frieden auf
ihm, getan.“
Überliefert von Muslim
(1099)
Al-Haafidh ibn Hajar sagte:
„Anmerkung: Zu den
verwerflichen Erneuerungen, welche in dieser Zeit erfunden wurden, gehören,
dass man den zweiten Gebetsruf, im Ramadan, vor der Morgendämmerung um
zwanzig Minuten ansetzt, und dass man die Lampen ausschaltet, welche als
Zeichen gesetzt wurden, dass es für jenen, der fasten will, verboten ist zu
essen und zu trinken, mit der Behauptung jener, die dies einführten, dass dies
als Vorsicht im Gottesdienst gilt, doch dafür sind nur einzelne Menschen
bekannt. Dies zog sie dazu, dass sie erst zum Gebet rufen, nachdem die Sonne
untergeht, um sich so der Zeit zu vergewissern, wie sie behaupten, doch
zögern sie das Fastenbrechen hinaus, beeilen sich mit dem Sahur und
widersprechen der Sunnah. Aus diesem Grund gibt es bei ihnen wenig Gutes und
viel Schlechtes. Und Allah bitten wir um Hilfe.“
Aus „Fath Al-Bari“ (4/199)
