Der Glaube an die Bücher (Die sechs Säulen des Glaubens)

Was der Glaube an die Bücher bedeutet:

 Mit einer präzisen Technik des Schönschreibens wird der Heilige Koran per Hand geschrieben.

Es bedeutet die feste Überzeugung, dass Allah Bücher auf Seine Gesandten herabgesandt hat, die zur Rechtleitung Seiner Diener bestimmt waren. Diese Bücher enthalten die Worte Allahs, die Er in Wirklichkeit sprach, und zwar auf eine Weise, die Ihm, dem Erhabenen gebührt.

Der Glaube an die Bücher ist einer der Säulen des Glaubens. Allah, Preis sei Ihm, sagte: O die ihr glaubt, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und das Buch, das Er Seinem Gesandten offenbart und die Schrift, die Er zuvor herabgesandt hat! (Sure 4 an-Nisāʾ Vers 136)

Hiermit befahl Allah, an Seinen Gesandten und an das Buch zu glauben, das Er Seinem Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm) herabgesandt hat, und dieses Buch ist der Koran. Außerdem befahl Allah, an die anderen Bücher zu glauben, die Er vor dem Koran herabgesandt hatte.

Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) über den Glauben: „Es ist, dass du an Allah glaubst, an Seine Engel, an Seine Bücher, an Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, und dass du an die Vorherbestimmung glaubst, mit ihrem Guten und ihrem Schlechten.“ (Muslim Hadith Nr. 8)

Was beinhaltet der Glaube an die Bücher?

  1. Der Glaube daran, dass die Bücher wahrhaftig von Allah herabgesandt wurden.
  2. Der Glaube daran, dass sie die Worte Allahs sind, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er.
  3. Der Glaube an die Bücher, die uns Allah namentlich nannte; wie den edlen Koran, der auf unseren Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) herabgesandt wurde und die Thora, die auf Moses (Mūsā), Allahs Friede auf ihm, herabgesandt wurde und das Evangelium, das auf Jesus (ʿĪsā), Allahs Friede auf ihm, herabgesandt wurde.
  4. Der Glaube an alle wahren Aussagen und Nachrichten, die in den Büchern enthalten sind.

Vorzüge und Besonderheiten des edlen Korans:

Der edle Koran ist das Wort Allahs, des Erhabenen. Er wurde auf unseren geliebten Propheten Muḥammad (Allahs Segen und Friede auf ihm) herabgesandt. Deshalb ehrt der Gläubige dieses heilige Buch so sehr in seinem Herzen und ist bemüht, sich bestmöglich an die in ihm enthaltenen Vorschriften zu halten, den Koran regelmäßig zu rezitieren und über seine Verse nachzusinnen.Der Koran ist unser Wegweiser, der uns in dieser Welt auf dem geraden Pfad führt und er ist die Ursache, damit wir im Jenseits zu den Gewinnern zählen werden. Allein diese beiden Vorzüge reichen vollkommen aus.

Der edle Koran hat zahlreiche und vielseitige Vorzüge und Besonderheiten, die im Vergleich zu den übrigen Offenbarungsschriften nur dem Koran vorbehalten sind. Dazu gehören:

  1. Der edle Koran enthält eine Zusammenfassung der göttlichen Gebote und kam als Bekräftigung und Bestätigung für das, was in den früheren Offenbarungsschriften als oberstes Gebot geschrieben stand: „Dient einzig Allah!“

Allah, der Erhabene sagte: Und Wir haben zu dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm (offenbart) war, und als Wächter darüber. (Sure 5 al-Māʾida Vers 48)

Die Worte Allahs, des Erhabenen, „das zu bestätigen, was von dem Buch vor ihm (offenbart) war“, bedeuten Folgendes: Der Koran bestätigt das, was in den früheren Büchern an Glaubenslehren und Nachrichten geschrieben stand. Und die Worte Allahs, des Erhabenen „… und als Wächter darüber“ bedeuten Folgendes: Der Koran ist der vertrauensvolle Verwalter und der Zeuge über die früheren Bücher.

  1. Es ist die Pflicht für alle Menschen, ungeachtet ihrer Sprache und ihrer Abstammung, sich an den Koran zu halten und nach ihm zu handeln. Denn der Koran ist, obwohl er vor längerer Zeit herabgesandt wurde, für jeden Menschen und für alle Ewigkeit gültig. Dagegen richteten sich die früher herabgesandten Bücher an bestimmte Völker und waren auf eine gewisse Zeit beschränkt. Allah, der Erhabene sagte: Und dieser Koran ist mir eingegeben worden, damit ich euch und (jeden), den er erreicht, mit ihm warne. (Sure 6 al-Anʿām Vers 19)
  2. Allah, der Erhabene versprach, dass Er den edlen Koran vor jeglicher Veränderung durch Menschenhand bewahren wird. Eine Verfälschung des Korans war nicht und wird niemals möglich sein. Allah, der Erhabene sagte: Gewiss, Wir sind es, die Wir die Ermahnung offenbart haben, und Wir werden wahrlich ihr Hüter sein. (Sure 15 al-Ḥiǧr Vers 9) Demzufolge sind alle die in ihm enthaltenen Nachrichten wahr und müssen verinnerlicht werden.

Was sind unsere Pflichten gegenüber dem edlen Koran?

  • Die Liebe, die Verehrung und die Hochschätzung des Korans sind Pflichten, die jeder von uns erfüllen muss. Denn der Koran ist das Wort des gewaltigen Schöpfers, des Mächtigen und Majestätischen. Seine Worte sind die Wahrhaftigsten und Vorzüglichsten.
  • Es ist unsere Pflicht, den edlen Koran regelmäßig zu rezitieren, über seine Verse und Suren nachzusinnen. Demgemäß sollen wir über die Ermahnungen des Korans nachdenken und uns mit den in ihm enthaltenen Nachrichten und Geschichten auseinandersetzen. Wir sollen unser Leben anhand des edlen Korans messen, damit wir sehen, was richtig und was falsch ist.
  • Außerdem müssen wir seine Vorschriften befolgen, uns an seine Gebote halten, seine Verhaltensregeln beachten und sie als Lebensweise wählen.

Als ʿĀʾiša (Allahs Wohlgefallen auf ihr) nach dem Charakter des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) gefragt wurde, antwortete sie: „Sein Charakter war der Koran!“ (Aḥmad Hadith Nr. 24601 und Muslim Hadith Nr. 746) Der Hadith bedeutet, dass Allahs Gesandter (Allahs Segen und Friede auf ihm) in seinem Leben und in seinen Handlungen stets das lebendige Beispiel für die praktische Umsetzung der Vorschriften und Gesetze des Korans gewesen ist. Dem Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) gelang es, in seinem Leben die Rechtleitung des Korans auf die vollkommenste Weise umzusetzen. Deshalb ist er das beste Vorbild für uns alle, wie Allah es Selbst bestätigte, indem Er sagte: Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt. (Sure 33 al-Aḥzāb Vers 21)

Wie denken Muslime über die früheren Offenbarungsschriften?

Der Muslim glaubt fest daran, dass die ursprüngliche Thora, die auf Moses (Allahs Friede auf ihm) herabgesandt wurde, und das ursprüngliche Evangelium, das auf Jesus (Allahs Friede auf ihm) herabgesandt wurde, die Wahrheit von Allah, dem Erhabenen sind. Diese beiden Bücher enthielten Vorschriften, Ermahnungen und Nachrichten, in denen Rechtleitung und Licht für das diesseitige und jenseitige Leben der Menschen waren.

Allah, der Erhabene hat uns jedoch im edlen Koran mitgeteilt, dass die Leute der Schrift, d. h. die Juden und die Christen, ihre Offenbarungsschriften damals verfälschten. Sie fügten einiges hinzu und nahmen wiederum einiges heraus, sodass ihr Buch nicht mehr so blieb, wie es Allah ursprünglich herabgesandt hatte.

Die Thora, wie sie heutzutage besteht, ist nicht die Thora, die einst auf Moses (Allahs Friede auf ihm) herabgesandt wurde, weil früher die Juden sie verfälschten, veränderten und viele Vorschriften manipulierten. Allah, der Erhabene sagte: Unter denjenigen, die dem Judentum angehören, verdrehen manche den Sinn der Worte. (Sure 4 an-Nisāʾ Vers 46)

Gleiches gilt für das Evangelium. Das Evangelium, wie es heutzutage besteht, ist nicht das Evangelium, das einst auf Jesus (Allahs Friede auf ihm) herabgesandt wurde. Denn auch die Christen veränderten viele Vorschriften, die damals darin enthalten waren. Allah, der Erhabene sagte über die Christen: Und wahrlich, eine Gruppe von ihnen verdreht mit seinen Zungen die Schrift, damit ihr es für zur Schrift gehörig haltet, während es nicht zur Schrift gehört.

Und sie sagen: «Es ist von Allah», während es nicht von Allah ist. Und sie sprechen (damit) wissentlich eine Lüge gegen Allah aus. (Sure 3 Āl-i-ʿImrān Vers 78)

Und der Erhabene sagte: Und (auch) mit denen, die sagen «Wir sind Christen», haben Wir ihr Abkommen getroffen. Aber dann vergaßen sie einen Teil von dem, womit sie ermahnt worden waren. So erregten Wir unter ihnen Feindschaft und Hass bis zum Tag der Auferstehung. Und Allah wird ihnen kundtun, was sie zu machen pflegten. (Sure 5 al-Māʾida Vers 14)

Deswegen sehen wir leider, dass das Buch, das die Leute der Schrift heutzutage in ihren Händen halten und es „Bibel“ nennen, und das aus Evangelium und Thora besteht, voll von falschen Glaubenslehren, entstellten Nachrichten und Lügengeschichten ist. Wir Muslime glauben deshalb nur an diejenigen Inhalte in den früheren Offenbarungsbüchern, die der edle Koran oder die authentische Sunna bestätigt haben. Und wir verleugnen alle Inhalte, die der Koran und die Sunna als Lüge bezeichnet haben. Über alle übrigen Inhalte, über die wir nicht Bescheid wissen, schweigen wir. Wir glauben weder daran noch verleugnen wir sie.

Trotzdem ist es dem Muslim eine Pflicht, diese Offenbarungsbücher zu respektieren, sie nicht geringzuschätzen oder sie zu beschmutzen. In diesen Büchern könnte noch ein Rest von den wahren Worten Allahs enthalten sein, der nicht verfälscht wurde.

Durch den Glauben an die Bücher erzielt man folgenden großen Gewinn:

Ein Gläubiger, der den Glauben an die Bücher verinnerlicht, erhält einen großartigen Gewinn. Davon möchten wir Folgende erwähnen:

  1. Die Erkenntnis, dass Allah, der Erhabene für Seine Diener gesorgt hat und dass Allahs Barmherzigkeit vollkommen und unendlich ist. Er sandte zu jedem Volk ein Buch, durch das Er sie rechtleitet, damit sie im Diesseits und im Jenseits Glückseligkeit erreichen.

  2. Die Erkenntnis, dass Allah, der Erhabene in Seiner Gesetzgebung Allweise ist. Er legte für jedes Volk nur die Gesetze fest, die seinen Umständen und seiner Person angemessen waren. Allah, der Erhabene sagte: Für jeden von euch haben Wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgelegt. (Sure 5 al-Māʾida Vers 48)

  3. Dankbarkeit gegenüber Allah für die Gnadengabe, die Er durch das Herabsenden dieser Bücher erwies. Diese Bücher sind ein Licht und eine Rechtleitung im Diesseits und Jenseits. Daher müssen wir Allah für diese großen Gnadengaben dankbar sein.