Der Glaube an die Einzigkeit Allahs in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen (Die sechs Säulen des Glaubens)

Was der Glaube an die Einzigkeit Allahs, in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen bedeutet:

Es bedeutet die Bestätigung und die feste Überzeugung, dass Allah der Herr und Herrscher über alle Dinge ist, dass Er der Schöpfer und der Versorger ist; Derjenige, Der lebendig macht und sterben lässt, Der Vorteil gebende und Der Schaden zufügende, Derjenige, Der die Entscheidung über alle Angelegenheit hat, Derjenige, in Dessen Hand das Gute ist und Der Macht über alle Dinge hat. Hierbei hat Er keinen Teilhaber.

Der Glaube an die Einzigkeit Allahs, in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen bedeutet also Allahs göttliche Handlungen einzig und allein Ihm zuzuschreiben. Dies erreicht man, indem man den Glauben an folgende Grundsätze verinnerlicht:

Allah ist der einzige Schöpfer, Der alles im Universum erschaffen hat, und außer Ihm gibt es keinen anderen Schöpfer. Allah, der Erhabene sagte: Allah ist der Schöpfer von allem. (Sure 39 az-Zumar Vers 62) Was der Mensch „erschaffen“ oder „entstehen“ ließ, ist nur eine Umwandlung einer Materie in eine andere, eine Zusammensetzung oder Konstruktion usw. Es ist aber keine echte Schöpfung, bei der etwas aus dem Nichts hervorgebracht oder vom Tod zum Leben wiedererweckt wurde.

Allah ist der Versorger aller Geschöpfe; es gibt keinen anderen Versorger außer Ihm. Allah, der Erhabene sagte: Und es gibt kein Tier auf der Erde, ohne dass Allah sein Unterhalt obläge. (Sure 11 Hūd Vers 6)

Allah ist der Herrscher über alles; es gibt keinen wahren Herrscher außer Ihm. Allah, Preis sei Ihm, sagte: Allah gehört die Herrschaft über die Himmel und die Erde und das, was in ihnen ist … (Sure 5 al-Māʾida Vers 120)

Allah ist Derjenige, Der alle Dinge lenkt und leitet. Es gibt niemanden, Der das Geschehen lenkt und regelt, außer Allah. Der Erhabene sagte: Er regelt, die Angelegenheit vom Himmel bis zur Erde. (Sure 32 as-Saǧda Vers 5) Was jedoch das Regeln und das Lenken der Geschicke des Menschen durch sich selbst angeht, so verhält es sich wie folgt: Der Mensch kann seine Angelegenheiten und sein Leben nicht auf eine uneingeschränkte Weise regeln und ordnen, sondern muss sich nach dem richten, was in seiner Macht liegt, was er besitzt und wozu er fähig ist. Vielleicht ist er mit der Weise, wie er seine Angelegenheiten regelt, erfolgreich und vielleicht auch erfolglos. Doch wenn der allmächtige Schöpfer, Preis sei Ihm und Erhaben ist Er, die Angelegenheiten regelt, so tut Er das auf eine allumfassende und perfekte Weise. Die Angelegenheiten, die Er regelt, erfolgen gewiss, es gibt nichts, was Ihn daran hindern oder Ihm widersprechen könnte. So sagt Allah, der Erhabene: Sicherlich, Sein ist die Schöpfung und der Befehl. (Sure 7 al-Aʿrāf Vers 54)

Die arabishen Götzendiener glabter an die Einzigkeit Allahs in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen

So bestätigten die Ungläubigen zu Lebzeiten des Gesandten (Allahs Segen und Friede auf ihm), dass Allah der einzige Schöpfer, der Herrscher und Derjenige ist, Der alle Dinge lenkt und leitet. Allah, der Erhabene sagte: Und wenn du sie fragst, wer die Himmel und die Erde erschaffen hat, sagen sie ganz gewiss: «Allah.» (Sure 31 Luqmān Vers 25)

Wer bestätigt, dass Allah der Herr der gesamten Schöpfung ist – d. h. ihr Erschaffer, ihr Besitzer und Derjenige, Der sie durch Seine Gnadengaben erzieht – der muss zwangsläufig an die Einzigkeit Allahs in der Anbetung glauben. Und er muss verinnerlichen, dass jede Form von Anbetung einzig Allah gewidmet werden darf, ohne Ihm hierbei einen Teilhaber beizugesellen.

Wie kann es sein, dass ein Mensch bestätigt, dass Allah der Schöpfer von allem ist und dass Allah Derjenige ist, Der alles in diesem Universum lenkt und leitet und dass Allah Derjenige ist, Der lebendig macht und sterben lässt – und nach all dem trotzdem einen Teil seiner Anbetung an jemanden anderen außer Allah richtet!?! Das ist wahrlich die schlimmste Art von Ungerechtigkeit und die größte Sünde überhaupt! Aus diesem Grund sagte der weise Luqmān zu seinem Sohn, als er ihn ermahnen und belehren wollte: «O mein lieber Sohn, geselle Allah nicht(s) bei, denn Beigesellung ist fürwahr ein gewaltiges Unrecht.» (Sure 31 Luqmān Vers 13)

Und als der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) gefragt wurde, was bei Allah als die größte aller Sünden angesehen wird, antwortete er: „Dass du Allah andere als Seinesgleichen zur Seite stellst, obwohl Er dich erschaffen hat.“ (Buḫārī Hadith Nr. 4207 und Muslim Hadith Nr. 86)

Vollkommene Ruhe findet das Herz durch den Glauben an die Einzigkeit Allahs in Seiner Herrschaft und Seinen Handlungen:

Einen großen Lohn wird jeder Diener Allahs erhalten, der mit Gewissheit davon überzeugt ist, dass niemand von der gesamten Schöpfung es vermag, sich Allahs Bestimmung zu entziehen. Denn Allah ist der Herr aller Geschöpfe, Der alle Dinge lenkt und leitet, wie Er will, und entsprechend Seiner Allweisheit beschließt. Und Allah ist ihr aller Erschaffer; und alles, was außer Allah existiert, ist etwas, was hervorgebracht wurde, etwas, was bedürftig ist und seinen erhabenen Schöpfer braucht. Und jede Angelegenheit ist ganz und gar in Allahs Entscheidung. So gibt es keinen anderen Schöpfer außer Ihm, und keinen anderen Versorger außer Ihm, und keinen Lenker der Geschehnisse im Universum außer Ihm, und kein Atom bewegt sich außer mit Seiner Erlaubnis, und kein anderes Atom bleibt stehen außer mit Seinem Befehl. Wer diesen Glauben verinnerlicht, der wird damit belohnt, dass sein Herz einzig mit Allah verbunden ist. Dieses Herz will nur Ihn bitten. Es erkennt, wie sehr es auf Allah angewiesen ist und Ihn braucht. Demzufolge vertraut der Muslim in allen Angelegenheiten seines Lebens auf Allah. Wer diesen Glauben verinnerlicht, der begegnet Schwankungen des Lebens mit positiver Energie und bewundernswerter Ausdauer. Er reagiert auf solche Schwankungen mit Ruhe, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit. Denn er weiß, dass er – solange er alle ihm verfügbaren Mittel eingesetzt hat, um ein bestimmtes Ziel im Leben zu erreichen, und außerdem Allah um die Verwirklichung dieses Zieles gebeten hat – damit seine Pflicht erfüllt hat. Ja, in diesem Augenblick fühlt er die innere Seelenruhe und er hat nicht den Drang, gierig auf das zu schauen, was andere besitzen, da er weiß, dass in Wirklichkeit doch alles in Allahs Händen liegt. Allah erschafft, was Er will und Er ist es, Der letztendlich auswählt.