Die Familie zum Islam einladen (Der Aufruf zum Islam)

Wem Allah die Gnadengabe erwies, indem Er ihn zum Islam rechtleitete, der sollte jede Anstrengung unternehmen, um seine eigene Familie und Verwandten zum Islam aufzurufen. Denn sie sind doch die Menschen, die ihm am nächsten stehen und die er sehr liebt. Außerdem sollte der neue Muslim all das geduldig ertragen, was sie ihm an Leid zufügen. Um ihnen den Islam näher zu bringen, sollte man alle weisen und geeigneten Mittel einsetzen. Allah, der Erhabene sagte: Und befiehl deinen Angehörigen, das Gebet (zu verrichten), und sei beharrlich darin! (Sure 20 Ṭā-Hā Vers 132)

Es kann sein, dass manche Aufrufer zu Allah beim Aufruf von fremden Menschen erfolgreich sind und von ihnen Akzeptanz erfahren, während die eigene Familie und die ihm nahestehenden Personen ihn und seinen Aufruf ablehnen. Das tut ihm natürlich weh und macht ihn traurig. Doch der erfolgreiche Aufrufer muss versuchen, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, neue und unterschiedliche Wege und Strategien des Aufrufs auszuprobieren, den Aufruf variabel zu gestalten und meisterhaft zu beherrschen. Vor allem sollte er sich an Allah wenden und um Rechtleitung für sie beten. Man darf nicht verzweifeln, selbst wenn man sich in schwierigen Situationen befindet. Dabei ist uns der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) im Aufruf seines Onkels Abū Ṭālib das beste Beispiel. Abū Ṭālib war der Onkel väterlicherseits des Propheten. Er hatte den Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) unterstützt, ihn vor dem Stamm Quraisch verteidigt und geschützt, war aber selbst nicht Muslim geworden. Der Prophet fuhr unermüdlich fort, ihn zum Islam einzuladen. Sogar in den letzten Momenten im Leben von Abū Ṭālib, als er im Sterben lag, rief ihn der Prophet zum Islam auf. Der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sprach zu ihm: „O mein Onkel, sag: „Es gibt keinen zu Recht anbetungswürdigen Gott außer Allah“, diesen (einen) Satz, damit ich für dich bei Allah eine Rechtfertigung bringen kann!“ (Buḫārī Hadith Nr. 3671 und Muslim Hadith Nr. 24)

Doch Abū Ṭālib folgte seinem Aufruf nicht und starb im Unglauben. Darauf offenbarte Allah, der Erhabene folgende Verse: Gewiss, du kannst nicht rechtleiten, wen du gern (rechtgeleitet sehen) möchtest. Allah aber leitet recht, wen Er will. Er kennt sehr wohl die Rechtgeleiteten. (Sure 28 al-Qaṣaṣ Vers 56) Der Aufrufer zu Allah sollte also alles tun, was in seiner Macht steht. Er soll den Islam verbreiten und die Menschen auf das Gute hinweisen. Doch er soll wissen, dass die Rechtleitung der Herzen nur in den Händen Allahs liegt. Denn Allah leitet wen Er will zu einem geraden Weg.