Vermögensarten, auf die Zakāh zu zahlen ist

Vermögensarten, auf die Zakāh zu zahlen ist

Zakāh wird nicht für persönlich genutzte Besitzgegenstände gezahlt, wie z. B. das Haus, indem man wohnt, gleich welchen Wert es hat. Ebenfalls ist keine Zakāh zu entrichten für das eigene Auto, das man fährt, selbst wenn es sich um ein Luxusauto handelt. Gleiches gilt für Kleidung, Essen, Trinken usw.

Allah, der Erhabene hat die Abgabe der Zakāh nur für Vermögensarten vorgeschrieben, die nicht für den eigenen Gebrauch verwendet werden, und die ihrem Wesen nach wachsen bzw. zunehmen können. Bei diesen Vermögensarten handelt es sich um Folgende:

  1. Gold und Silber. Jedoch gilt die Zakāh-Pflicht nicht für getragenen Gold- und Silberschmuck.

Es muss der im Islam festgesetzte Mindestvermögenswert (niṣāb) erreicht sein, ab dem die Zakāh-Pflicht eintritt. Außerdem muss das Vermögen ein Mondjahr (354 Tage) über dem niṣāb liegen. Der Mindestvermögenswert, ab dem für Gold und Silber die Zakāh-Pflicht eintritt, beträgt:

für Gold ca. 85 g und für Silber 595 g. Wenn der Muslim diese Menge an Gold besitzt und ein Mondjahr seit dem Besitz dieser Menge abgelaufen ist, so beträgt die hierfür zu entrichtende Zakāh 2,5 %.

  1. Geld und Liquidität. Jede Art von Zahlungsmitteln aller Währungen, gleich ob der Geldwert bei sich oder auf dem Bankkonto gelagert ist.

Wie die Zakāh für Geld und Liquidität zu entrichten ist: Wenn der Geld- und Währungswert, den man besitzt, dem Mindestvermögenswert von ca. 85 g Gold oder mehr entspricht und die Frist für die Zakāh eingetroffen ist, d. h. man ist ein Mondjahr im Besitz dieses Geldwertes, so zahlt man hiervon 2,5 % an Zakāh. Beispiel: Der Goldpreis schwankt. Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass der Preis für 1 Gramm Gold zum Zeitpunkt, an dem die Zakāh zu entrichten ist, 25 US-Dollar beträgt, dann würde sich der Mindestvermögenswert für das Geld wie folgt berechnen: 25 = der schwankende Goldpreis an Dollar 85 = Grammzahl der immer gleich bleibenden Gewichtseinheit für Gold 25 x 85 = 2125 US-Dollar Somit würde der Mindestvermögenswert (niṣāb), ab dem beim Geld die Zakāh-Pflicht eintritt, 2125 US-Dollar betragen.

  1. Handelswaren

Unter Handelswaren versteht man alle Wertgegenstände, die ein Verkäufer zum Verkauf anbietet. Dabei handelt es sich um Immobilien, wie z.B. Grundstücke, Gebäude, Wohnungen und Häuser oder um zum Verkauf angebotene Lebensmittel und Konsumgüter. Wie die Zakāh für Handelswaren zu entrichten ist: Nachdem ein ganzes Jahr verstrichen ist, zählt der Besitzer dieser Handelswaren den Wert der gesamten Ware, die er zum Verkauf anbietet. Er richtet sich dabei am Marktwert desjenigen Tages, an dem er die Zakāh zahlen will. Wenn dieser Warenwert den Mindestvermögenswert überschritten hat, ab dem die Zakāh-Pflicht eintritt (niṣāb), dann zahlt er für diesen Gesamtbetrag ein Vierzigstel, d.h. 2,5%.

  1. Ernteerträge. Darunter fallen Nutzpflanzen, Früchte und Körner.

Allah, der Erhabene sagte: O die ihr glaubt, gebt aus von den guten Dingen aus eurem Erworbenen und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorgebracht haben! (Sure 2 al-Baqara Vers 267) Die Zakāh-Pflicht bezieht sich nur auf bestimmte Arten von landwirtschaftlichen Produkten und nicht auf jede. Auch hier wird für die Zakāh-Pflicht vorausgesetzt, dass eine in der islamischen Gesetzgebung festgelegte Menge erreicht wird. Unter Berücksichtigung der Lebensbedingungen der Menschen wird bei der vorgeschriebenen Menge für die Zakāh unterschieden, ob das Saatfeld durch Regen und Flüsse oder durch Arbeitskraft und Geräte künstlich bewässert wurde.

  1. Viehbestand aus Kühen, Kamelen sowie Schafen und Ziegen. Die Zakāh-Pflicht gilt aber nur für freilaufende Tiere, die sich eigenständig ihre Nahrung suchen und bei denen der Besitzer nicht für die Futtermittel und Tiernahrung aufkommen muss.

Wenn der Tierhalter das ganze Jahr über oder den größten Teil des Jahres Futtermittel und Tiernahrung für das Vieh kauft, dann muss er für den Viehbestand keine Zakāh abgeben. Für den Mindestvermögenswert und die Zakāh-Menge bei Viehbestand gibt es detaillierte Vorschriften, die in den Büchern der islamischen Rechtswissenschaft (fiqh) nachgeschlagen werden können.